Höhenbergsteigen setzt menschliches Hirn unter Stress

18. November 2001, 21:46
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Unklar ist, ob wiederholter Aufenthalt in großen Höhen Schäden verursacht

Bern - Wer sich beim Extrembergsteigen längere Zeit in sauerstoffarmer Höhe aufhält, setzt seinen Körper derart unter Stress, dass die Anstrengungen auch im Hirn nachweisbar sind. Den Beweis dafür hat eine Schweizer Forschungsexpedition diesen Sommer vom 8.046 Meter hohen Himalaja-Gipfel Shisha Pangma mitgebracht.

Ein Aufenthalt in Höhen über 7.000 Metern über Meer verursacht im menschlichen Hirn einen verstärkten Stoffwechsel - der auch als Selbstheilungsprozess interpretiert werden kann. Diese und weitere Erkenntnisse hat der Leiter der Expedition "Shisha Pangma 2001", Urs Hefti, am Wochenende bei der Generalversammlung der Schweizerischen Gesellschaft für Gebirsgsmedizin (SGGM) in Muotathal veröffentlicht.

Laut Hefti beeinträchtigen akute Höhenexpositionen die cerebralen Funktionen eines Bergsteigers, genau so aber auch die Feinmotorik, die Koordinationsfähigkeit und das Gedächtnis. Die Hirnfunktion selber wurde jedoch bei keinem der Expeditionsmitglieder nachhaltig beeinträchtigt.

Ob der wiederholte Aufenthalt in großen Höhen kummulative Schäden verursacht, ist jedoch weiterhin unklar. Die Auswertung tausender von Datensätzen zeigt überdies, dass eine speziell trainierte Atemmuskulatur zwar die Atmungsausdauer massiv steigert, die Leistungsfähigkeit am Berg jedoch nur bedingt verbessert. Hefti führt diesen Umstand auf die große Zahl weiterer, beim Höhenbergsteigen maßgebender Fakoren wie Akklimatisation, Psyche und Ernährung zurück. (APA)

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