Trinkl: "Brauche kein Krampus-Kostüm"

22. November 2001, 10:42
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Im Jänner will der Abfahrtsweltmeister wieder angreifen

Salzburg/Schruns - Der Anblick von Hannes Trinkl nach seinem Sturz ist im Moment kein wirklich Erfreulicher, die Spuren des schweren Unfalls auf der Reiteralm beim freien Ski fahren sind dem Abfahrtsweltmeister wahrlich ins Gesicht geschrieben. Erfreulich ist aber, dass der 33-Jährige trotz seiner Verletzungen den Humor nicht verloren hat. "Heuer brauche ich mich wenigstens nicht als Krampus zu verkleiden", sagte der Oberösterreicher am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Unfallkrankenhaus Salzburg.

Im Dezember wieder auf Skiern

Ab Freitag arbeitet Trinkl in seiner Heimat mit seinem Physiotherapeuten Harald Berghold wieder an seiner vollständigen Genesung. "Ich würde Ende Dezember gerne wieder auf Ski stehen und dann im Jänner wieder voll angreifen", hofft Trinkl. Doch stehe der Termin des Comebacks für ihn dabei nicht im Vordergrund. "Wichtig ist, dass ich vollständig gesund bin. Denn wenn man nur zu 90 Prozent wiederhergestellt ist, kann man auch nicht 100 Prozent Leistung bringen."

"Kein Materialproblem"

Für die "schwarze Serie" im Alpin-Skilager, die unglaubliche Häufung von schweren Verletzungen in den vergangenen Tagen, sieht Trinkl keinen speziellen Grund. "Solche Unglücksserien kommen hin und wieder vor. Am Material kann es nicht liegen, weil sich die Taillierungen nicht verändert haben. Und wir sind es ja auch gewohnt, auf Eis zu fahren." Die einzig mögliche Erklärung könnte für ihn im bevorstehenden Saisonstart liegen. "Jeder ist heiß darauf, dass es wieder los geht. Und jeder will im Training noch einmal alles geben, vielleicht aus Angst, etwas aufholen zu müssen."

Keine Erinnerung an Sturz

An seinen eigenen Sturz kann er sich nicht mehr genau erinnern. "Ich weiß noch, dass ich vor dem Weg stehen geblieben bin und dann mit schnellen Schwüngen hingefahren bin. Aber ich habe den Weg unterschätzt, wollte ihn noch drücken, aber es war zu spät. Ich wollte es dann noch mit den Skiern ausbalancieren, doch es ist sich nicht mehr ausgegangen. Was dann war, weiß ich nicht mehr." Die Ärzte haben rekonstruiert, dass er rund zwei Minuten bewusstlos gewesen ist.

Hoffen auf Olympia

Keine Probleme sieht Trinkl hinsichtlich Olympia ("Da kann ich sicher dabei sein"), ebenso stand ein Karriereende für ihn nie zur Diskussion. Vielmehr freut er sich da über ein kleines, aber feines Detail. "Ich bin im Moment als einer von Wenigen in der erfreulichen Situation, von Tag zu Tag schöner zu werden."(APA)

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