Annan: Wiederaufbau ist langfristige Aufgabe

19. November 2001, 10:20
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Breite Übergangsregierung soll Fortsetzung des Konflikts verhindern

Ottawa - Der Wiederaufbau des vom Krieg und Armut zerrissenen Afghanistan bedarf nach Ansicht von UNO-Generalsekretär Kofi Annan langfristiger Bemühungen der internationalen Staatengemeinschaft. Dabei sei neben finanziellen Hilfen vor allem auch politisches Engagement nötig, sagte Annan am Samstag (Ortszeit) beim Treffen der Finanzminister und Zentralbankvertreter der G-20-Gruppe aus Industrie- und Entwicklungsländern in Ottawa. Zugleich drängte er die verschiedenen politischen Kräfte in Afghanistan zur Bildung einer breit angelegten Übergangsregierung. Anderenfalls drohe die Fortsetzung des seit 22 Jahren andauernden Konflikts.

Er hoffe, dass sich auch der inzwischen aus dem Exil nach Kabul zurückgekehrte afghanische Präsident Burhanuddin Rabbani dieser Tatsache bewusst sei, sagte Annan. Die UNO würde alles versuchen, um alle Parteien an einer Lösung des Konflikts zu beteiligen. Derzeit liefen dazu Gespräche in Rom, auf Zypern und im pakistanischen Peshawar.

Auf die Frage, ob der Wiederaufbau Afghanistans mit dem Europas nach dem 2. Weltkrieg vergleichbar wäre, sagte Annan, er wolle dies nicht ausschließen. Zu den möglichen Kosten eines Wiederaufbaus wollte sich der UNO-Generalsekretär nicht äußern. Derzeit würde man angesichts des nahenden Winters mit Hochdruck an der Versorgung der Not leidenden Bevölkerung in Afghanistan arbeiten. (APA/dpa)

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