SPÖ- und ÖVP-Frauen setzen Hilfsprojekte in Gang

17. November 2001, 18:45
posten

"Vor allem geht es uns darum, dass Frauen in Afghanistan überhaupt ein menschenwürdiges Leben führen können"

Wien - Die Frauen von SPÖ und ÖVP haben Hilfsprojekte für Afghanistan angekündigt, die besonders die Unterstützung und Bildung afghanischer Frauen im Auge haben. Das Zurückweichen der Taliban in Afghanistan sei ein "Hoffnungsschimmer für die Frauen Afghanistans", sagte ÖVP-Generalsekretärin und Frauenchefin Maria Rauch-Kallat am Samstag. Die Frauen Afghanistans hätten durch die Taliban "beispiellose Unterdrückung und Entrechtung" erlebt, "Körper und Geist" seien hinter den Schleier gezwungen worden. Den Frauen müsse "ihre Würde und Selbstachtung wieder gegeben werden", so Rauch-Kallat.

Die ÖVP-Frauenchefin kündigte an, eine eigene Hilfsaktion der ÖVP-Frauen für Frauenbildungsprojekte in Afghanistan durchzuführen. Der Erlös der heurigen Weihnachtsaktion der ÖVP-Frauen werde unter dem Motto "Frauen für Frauen" den Frauen Afghanistans zugute kommen. Theresa Philippi sei als Projektleiterin eingesetzt. Konkret sollen Alphabetisierungs- und Bildungsprogramme für Frauen finanziert werden. Um die Wunden zu heilen, seien Solidarität sowie materielle und ideelle Unterstützung durch Frauen auch aus Österreich "ein Gebot der Stunde und eine moralische Selbstverständlichkeit".

Aufruf

SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer richtete bei der Bundeskonferenz der SPÖ-KommunalpolitikerInnen in Wien einen Aufruf zu einer vorweihnachtlichen Spendenaktion zu Gunsten der afghanischen Frauenorganisation RAWA an die Vertreter der Gemeinden und Städte. "Vor allem geht es uns darum, dass Frauen in Afghanistan überhaupt ein menschenwürdiges Leben führen können", begründete Stadlbauer laut SK die Aktion der SPÖ-Frauen. Eine Vertreterin der RAWA, Shala, berichtete auf der Konferenz von den tragischen Ereignissen in ihrer Heimat.

Mit dem Erlös des SPÖ-Spendenprogramms sollen zwei Projekte in Afghanistan unterstützt werden: eine Teppichweberei in Kabul, wobei die Hilfe vor allem Frauen aus ärmlichen Verhältnissen und im Besonderen Witwen zu Gute kommen soll. Das zweite Projekt betrifft ein Schneiderei-Ausbildungsprogramm in zwölf verschiedenen Provinzen Afghanistans. Dieser dreimonatige Grundkurs bietet ebenso wie das erste Projekt eine Basisalphabetisierung an. Die Analphabetenquote der afghanischen Frauen liegt bei 80 Prozent. (APA)

Share if you care.