Gedenkstunde für Roma-Opfer des Holocaust

17. November 2001, 16:21
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Landesrat: "Solche Einstellungen darf es in unserem Land nie mehr geben"

Lackenbach - Eine Gedenkstunde für die Opfer des Holocaust unter den burgenländischen Roma und Sinti fand heute, Samstag, Vormittag in der mittelburgenländischen Gemeinde Lackenbach statt. Zahlreiche Menschen, darunter viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, wohnten der Veranstaltung bei. Im größten "Zigeunerlager" der Nazis, an das heute ein Mahnmal erinnert, waren während des Zweiten Weltkrieges mehr als 4.000 Roma und Sinti inhaftiert.

Der Obmann des Kulturvereines österreichischer Roma, Rudolf Sarközi, ging in seiner Ansprache auf die besondere Beziehung der Roma zum Burgenland ein. Die Geschichte der Volksgruppe sei ein Teil der Geschichte des Landes. Schließlich stamme der überwiegende Teil der österreichischen Roma aus dem Burgenland. In den vergangenen Jahren, so Sarközi, habe man viele Freunde gefunden und stehe nicht mehr allein. Zugleich zeigte er sich besorgt über gegenwärtige Übergriffe gegen Roma in Osteuropa.

"Noch viel Aufklärungsarbeit leisten"

LHStv. Franz Steindl (V) erinnerte an die oftmalige Verfolgung der Roma im Laufe der Geschichte. Die Auseinandersetzung mit dem Schicksal der Volksgruppe sei aber sehr lange verdrängt worden. Leider habe es erst der Morde von Oberwart bedurft, um viele positive Veränderungen zu erreichen. "Wir müssen aber noch einiges an Aufklärungsarbeit leisten", bekannte Steindl ein. In diesem Zusammenhang seien Orte der Begegnung, wie die Gedenkstätte in Lackenbach, besonders wichtig.

Landesrat Peter Rezar (S) hob in seiner Ansprache den großen Vorteil der Vielfalt des Burgenlandes hervor. Gerade im heurigen Jubiläumsjahr sei es aber wichtig, sich auch die dunklen Jahre der Geschichte in Erinnerung zu rufen. In der NS-Zeit habe das Burgenland einen hohen Blutzoll entrichten müssen, wenngleich mit der Verfolgung der Roma bereits im Ständestaat begonnen worden sei. "Solche Maßnahmen und Einstellungen darf es in unserem Land nie mehr geben", erklärte Rezar. Hingegen würden aktuelle Projekte wie etwa der Roman-Unterricht an der Oberwarter Volksschule zeigen, dass die Bekenntnisse zu Toleranz und Vielfalt keine leeren Worte seien. (APA)

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