Rabbani bekräftigt Legitimitätsanspruch

17. November 2001, 15:10
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Nordallianz will aus Position der Stärke verhandeln

Kabul - Der 1996 von den Taliban aus Kabul vertriebene afghanische Präsident Burhanuddin Rabbani hat am Samstag nach seiner Rückkehr in die Hauptstadt den Legitimitätsanspruch seiner international anerkannten Regierung bekräftigt. Rabbani betonte auf einer Pressekonferenz, die Kontrolle der Ministerien werde wieder denen übertragen, die sie vor der Vertreibung durch die Taliban vor fünf Jahren innehatten. Sein Außenminister Abdullah Abdullah erklärte, die Nordallianz, auf die sich die Regierung stützt, halte weiter an der Bildung einer Übergangsregierung unter Beteiligung aller Volksgruppen, einschließlich des Mehrheitsvolkes der Paschtunen, fest.

Politische Beobachter gingen davon aus, dass Rabbanis Anhänger mit ihrem Schritt vom Samstag aus einer Position der Stärke in die von den Vereinten Nationen gewünschten Allparteienverhandlungen eintreten wollen. Außenminister Abdullah erklärte, man sei bereit, mit den Vereinten Nationen über die Möglichkeit einer Entsendung internationaler Friedenstruppen zu sprechen. Die Vereinten Nationen müssten aber "die Lage auf dem Boden" berücksichtigen. Beobachter deuteten dies als klares Zeichen dafür, dass die Nordallianz nicht bereit ist, eine Regelung zu akzeptieren, die ohne ihr Mitwirken zu Stande gekommen ist. (APA/Reuters)

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