Kampf dem Kaviarschmuggel

17. November 2001, 22:24
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Vereinigte Arabische Emirate als unfreiwillige Drehscheibe - das soll dem hochgefährdeten Stör zuliebe anders werden

Genf - Die Vereinigten Arabischen Emirate haben dem millionenschweren Kaviarschmuggel nach Europa, Nordamerika und Asien nach Angaben der Vereinten Nationen den Kampf angesagt. Ermittlungen der UN-Konvention über den internationalen Handel mit gefährdeten Tierarten (CITES) hätten ergeben, dass allein in den ersten zehn Monaten dieses Jahres Kaviar im Wert von mehr als 20 Millionen Dollar (312 Mill. S) über die Emirate ins Ausland geschleust worden seien. Der größte Teil des Kaviars scheine illegaler Herkunft zu sein, erklärte CITES-Generaldirektor Willem Wijnstekers am Donnerstag in Genf.

Skrupellose Händler hätten Gesetzeslücken in den Vereinigten Emiraten sowie das Fehlen einer Besteuerung ausgenutzt, erklärte Wijnstekers weiter. Darüber hinaus nutzten sie gefälschte Dokumente, um eine legale Herkunft des Kaviars vorzutäuschen. Bei den Ermittlungen der UN-Organisation waren Behörden in mehreren Staaten beteiligt, insbesondere in Russland, dem vermuteten Herkunftsland des Kaviars. Angesichts der hohen Profite sei es allerdings wahrscheinlich, dass die Schmuggler nun neue Vertriebswege suchten.

Der Störbestand ist in den letzten zwei Jahrzehnten um 90 Prozent zurückgegangen. Das lukrative Geschäft mit den schwarzen Fischeiern, die in Westeuropa und den USA für Preise bis 1.000 Dollar (15.592 S) je 250 Gramm gehandelt werden, hat nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion das organisierte Verbrechen angezogen. Nach UN-Angaben ernten Wilderer illegal zwölf Mal mehr Kaviar im Kaspischen Meer als die lizenzierten Fischer. Bei der herkömmlichen Methode wird das Stör-Weibchen dabei getötet. (APA/AP)

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