Krawalle in Simbabwe nach Brandstiftung im Oppositionsbüro

16. November 2001, 21:58
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Opposition um Wahlen im Jahr 2002 besorgt

Harare - Im afrikanischen Krisenstaat Simbabwe ist es am Freitag zu Krawallen gekommen, nachdem Anhänger von Präsident Robert Mugabe ein Büro der Oppositionspartei MDC in Brand gesetzt haben. Bereitschaftspolizei und MDC-Anhänger lieferten sich in den Straßen der zweitgrößten Stadt Bulawayo Straßenschlachten. Nach Augenzeugen- Berichten hatten zuvor Parteigänger Mugabes wahllos weiße Passanten geschlagen. Über Verletzte wurde jedoch zunächst nichts bekannt. Ein Auto des staatlichen Fernsehens ging in Flammen auf. "Die Situation verschlimmert sich. Ich denke, das Ende ist nahe, wie immer es aussehen mag", erklärte MDC-Chef Morgan Tsvangirai.

Nach seinen Angaben wurden Leute ins Gebäude der regierenden ZANU(PF)-Partei verschleppt. "Unter diesen Umständen kann es nie freie Wahlen geben", sagte Tsvangirai. Mugabe-treue Schlägertrupps - so genannte Veteranen - hatten zuvor das einstöckige Gebäude seiner Partei angegriffen. "Die Polizei eskortierte diese Leute. Als die Feuerwehr kam, wurde sie von dieser Gruppe verjagt", berichtete Tsvangirai in der Hauptstadt Harare.

Tsvangirai wertete den Angriff als Versuch, die Opposition vor den Wahlen im kommenden Jahr mundtot zu machen. Die Attacke folgt auf eine Welle von Festnahmen, denen sich die MDC in Bulawyo nach dem Mord eines örtlichen Milizen-Chefs ausgesetzt sah. Die Regierung hatte die MDC dafür verantwortlich gemacht und sie vor einem Blutbad als Vergeltung gewarnt. Die MDC hatte eine Verstrickung in den Mord stets bestritten. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein MDC-Mitglied zeigt durch Polizeifolter erlittene Verletzungen

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