Vor neuer Spritpreissenkung

16. November 2001, 17:25
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Verbilligungen bisher nur teilweise an Zapfsäule weitergegeben

Wien - Der sinkende Einfluss des Ölförderkartells Opec auf die weltweite Preisentwicklung hat in den vergangenen Tagen zu einem dramatischen Preisverfall geführt. Auch die Preise am Rotterdamer Markt für Treibstoffe sind nach unten gerutscht. An Österreichs Autofahrer haben die Ölfirmen die Verbilligungen aber nur teilweise weitergegeben.

Derzeit prüfen die Multis, ob sie die Preise an der Zapfsäule weiter absenken werden. Die OMV wartet noch ab, für eine Reduktionsentscheidung sei es noch zu früh, man orte aber eine leicht erodierende Preisentwicklung. Der heimische Marktführer BP rechnet noch, dürfte aber spätestens am Montag an der Preisschraube drehen.

Preisverfall

Ungeachtet dessen haben sich die Spritpreise in Rotterdam seit dem Frühsommer stark verbilligt. So hat sich Superbenzin von 389 US- Dollar (441,29 €/6072 S) pro Tonne Mitte Mai auf 205 Dollar verbilligt, noch stärker war der Einbruch bei der Sorte Eurosuper. Eurosuper verbilligte sich in Rotterdam von fast 349 auf 164 Dollar, also um deutlich mehr als die Hälfte.

Von diesem Preisverfall in Rotterdam konnten die österreichischen Autofahrer nur teilweise profitieren. So verbilligte sich ein Liter Normalbenzin seit Mai um knapp zwei Schilling (über 14 Prozent) auf 11,45 S, auch der Super-Preis sank, um fast zwei Schilling oder mehr als zwölf Prozent. Diesel hat sich im selben Zeitraum laut wöchentlichem Benzinpreismonitor des Wirtschaftsministeriums dagegen nur über sechs Prozent verbilligt.

Von den Ankündigung der Opec, die Produktion zu drosseln, ließen sich die Märkte nicht beeindrucken, im Gegenteil: In der vergangenen Woche verbilligte sich Öl um 16 Prozent, das ist der größte Fall seit dem Golfkrieg 1991. Hauptgrund: Förderländer wie Russland, die nicht zur Opec gehören, sind alles andere als wild darauf, die angekündigte Förderkürzung des Kartells nachzuvollziehen.

Seit Mai ist der Preis für ein Fass (je 159 Liter) Rohöl der Leitsorte Brent von fast 30 Dollar auf unter 17 Dollar gefallen, das ist ein Minus von rund 44 Prozent. Am Freitag verteuerte sich Öl wieder auf über 17 Dollar. Grund für die leichte Preiserholung waren Käufe der Airlines und Transportunternehmen. (Clemens Rosenkranz, DER STANDARD, Printausgabe 17.11.2001)

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