Kfz-Industrie läuft gegen Neuregelung der Pickerl-Überprüfung Sturm

16. November 2001, 17:10
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"Schon bei neuen Pkw gibts oft schwere Mängel"

Wien - Die heimische Fahrzeugindustrie macht gegen die von der Bundesregierung betriebene Neuregelung der Pkw-Überprüfung nach §57a Kraftfahrgesetz ("Pickerl") mobil. Die erste Überprüfung soll künftig erst drei Jahre nach der Erstzulassung erfolgen, die Nächste zwei Jahre später und in der Folge wieder im Jahresrhythmus. "Wir sprechen uns ausdrücklich gegen eine solche Neuregelung aus, da sie sachlich betrachtet nur Nachteile bringt", stellt der Geschäftsführer des Fachverbandes der Fahrzeugindustrie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Walter Linszbauer, in einer Aussendung von Freitag fest.

Laut Linszbauer treten auch bei jungen Fahrzeugen bereits schwere Mängel auf oder es entstehen Umweltprobleme durch falsche Motoreinstellungen. Die Häufigkeit der schweren Mängel nehme bereits im zweiten Jahr der Zulassung von 7,7 Prozent auf 18,1 Prozent und danach jährlich um weitere drei Prozent zu. Daher würden nach dem neuen Rhythmus bei drei Jahre alten Fahrzeugen rund 21 Prozent schwere Mängel aufweisen. Zumindest für Fahrzeuge von "Vielfahrern" mit über 20.000 km pro Jahr und für Unfallfahrzeuge fordert Linszbauer daher Sonderregelungen.

Auch der den Sozialdemokraten nahestehende Freie Wirtschaftsverband Wien (FWV) kritisiert die von der Regierung geplante Verlängerung der Überprüfungsintervalle für die KfZ-Sicherheitschecks. Die Maßnahme sei "symptomatisch" für die Verwaltungsreformbemühungen der Koalition, die ein "Flop" seien. Der Schritt werde zum Verlust der hohen österreichischen Sicherheitsstandards, die Umwelt belasten und Klein- und Mittelbetriebe jährlich 1,2 Mill. Arbeitsstunden kosten, befürchtet der FWV Wien laut Aussendung. (APA)

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