An Pocken soll geforscht werden

16. November 2001, 16:12
posten

Virenbestände werden in den USA nicht vernichtet

New York - Die USA wollen einem Zeitungsbericht zufolge ihre restlichen Pocken-Stämme zu Forschungszwecken verwenden, um im Falle eines bioterroristischen Anschlags gewappnet zu sein. Die Virenbestände sollen nicht vernichtet werden, bevor Wissenschaftler nicht die Entwicklung von zwei zugelassenen Gegen-Präparaten und einem Impfstoffe für die gesamte Bevölkerung gelungen sei, berichtete die "New York Times" (Freitagsausgabe) unter Berufung auf US-Regierungskreise.

Noch vor rund zwei Jahren habe die Regierung des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton anderen Staaten in Aussicht gestellt, die US-Bestände der hoch ansteckenen Pocken-Viren 2002 abzutöten. Die Weltgesundheitsorganisation (WTO) drängt seit Jahren darauf, die Pocken-Bestände weltweit zu vernichten.

Der Kurs der Regierung von Präsident George W. Bush sehe eine Abkehr von den Plänen Clintons vor, meldete die Zeitung. Nach der Serie von Milzbrand-Infektionen in den USA und Befürchtungen über den Einsatz von Pocken als Biowaffe habe die Regierung keine andere Wahl, als die Pocken-Bestände zu Forschungszwecken zu behalten, sagten Regierungsbeamte dem Bericht zufolge.

Die hoch ansteckenden Pocken gelten seit Ende der 70er Jahre als ausgerottet. Die USA hatten ihre Schutzimpfungen gegen den Erreger eigentlich 1972 eingestellt, jedoch Teile ihres medizinischen Fachpersonals Anfang November wegen der Milzbrand-Fälle vorsorglich auch gegen Pocken immunisiert. Neben den USA existieren noch Virenbestände in Russland, Geheimdienste vermuten aber auch Vorräte im Irak und in Nordkorea. (APA/Reuters)

Share if you care.