Einzigartige Miniaturmaske in Borsippa entdeckt

17. November 2001, 22:43
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Interessante Funde bei österreichischen Ausgrabungen im Irak

Innsbruck/Bagdad - Bei der jüngsten Grabungskampagne der unter Leitung von Univ. Prof. Dr. Helga Trenkwalder (Universität Innsbruck) und Dr. Kai Kaniuth stehenden Ausgrabungen im irakischen Borsippa (südlich von Bagdad bzw. Babylon) konnte ein interessanter Grabfund gemacht werden. Wie Prof. Trenkwalder mitteilte, seien in einem Grab neben einem größeren glasierten Gefäß sechs weitere kleinere glasierte Gefäße gefunden worden. Letztere seien mit Sets von insgesamt etwa 500 Perlen, meist aus Fritte, gefüllt gewesen.

Ferner wurde in dem Grab ein etwa tausend Jahre älteres Rollsiegel aus Stein mit der für diese Zeitstufe typischen Darstellung einer Einführungsszene und den Namen von Sonnen- und Mondgott in Keilschrift entdeckt. Einzigartig sei eine dort entdeckte Miniaturmaske, vermutlich aus Silber, gewesen, die ursprünglich auf einem bemalten Holztablett beim Grab deponiert worden war. Das Grab selbst war in ein Lehmziegelgebäude aus neubabylonischer Zeit (erste Hälfte des ersten Jahrtausends v. Chr.) integriert.

Die österreichischen Ausgrabungen in dem südlich von Bagdad gelegenen Borsippa sind seit 1980 fast ohne Unterbrechung in Gang. Die bei der Freilegung der dortigen Ziggurat (Stufenturm mit aufsitzendem Tempel) gewonnenen Erkenntnisse erbrachten interessante Aufschlüsse über Bautechnik und Statik der Babylonier, insbesondere beim Turmbau. (APA)

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