ÖVP und SPÖ laden Experten zum Hearing ins EU-Parlament

16. November 2001, 15:38
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Weder Tschechien noch EU-Kommission in Vorbereitung eingebunden

Brüssel - Vier Experten werden am Montag in Brüssel im Gebäude des EU-Parlaments auf Einladung der österreichischen EU-Abgeordneten Marilies Flemming (V) und Maria Berger (S) in einem "Hearing" zur Sicherheit des tschechischen AKW Temelin Stellung nehmen.

In ihrer gemeinsamen Einladung schreiben Berger und Flemming, das Hearing "soll dazu beitragen, über die unterschiedlichen Auffassungen zu informieren, die in der Frage der Sicherheit des Kernkraftwerkes Temelin bestehen. Es geht darum, die Positionen von offizieller Seite Tschechiens ebenso aufzuzeigen wie die Bedenken von Umweltschutzorganisationen und Nachbarstaaten".

Tschechien über Veranstaltung informiert in Vorbereitung aber nicht eingebunden

Tschechien sei zwar über die Abhaltung der Veranstaltung informiert, in die Vorbereitung aber nicht eingebunden worden, hielt Tschechiens EU-Botschafter Libor Secka dazu fest. Sein Land werde auch keinen offiziellen Vertreter entsenden.

Auch EU-Kommissar Günter Verheugen war in die Vorbereitung nicht einbezogen

Auch EU-Kommissar Günter Verheugen war in die Vorbereitung nicht einbezogen, so sein Sprecher. Der Temelin-Spezialist aus Verheugens Kabinett werde aber anwesend sein.

Eingeladene Experten

Die eingeladenen Experten sind Wolfgang Kromp von der Universität Wien, Leiter des österreichischen Expertenteams für die Sicherheitsprüfung im Rahmen des Melker Prozesses, Jan Beranek von der tschechischen Umweltorganisation "Friends of the earth" sowie Radko Pavlovec, Beauftragter des Landes Oberösterreich zur nuklearen Sicherheit, die sich alle aktiv gegen Temelin einsetzen. Der vierte Redner, Helmut Karwat von der technischen Universität München, sei von Kromp empfohlen worden und so auf die Liste gekommen, teilte das Büro Flemmings mit.

Gemeinsam mit Flemming und Berger werden der Schwedische Liberale Karl-Erik Olsson und der niederländische Grüne Alexander de Roo die Anhörung präsentieren. "Ich glaube, wir wurden eingeladen, weil sich Olsson in den 70er-Jahren in Schweden einen Ruf als AKW-Gegner gemacht hat", sagte dessen Assistentin. Olsson, der auch Vorsitzender des gemischten Ausschusses EU-Tschechien ist, werde aber nur am Anfang kurz Zeit haben, dann müsse er sich einer Besuchergruppe mit tschechischen NGOs widmen, so seine Assistentin. (APA)

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    Marilies Flemming und Maria Berger

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