Israel droht Zeitung "Al Quds" wegen Hamas-Anzeigen mit Schließung

16. November 2001, 16:24
posten

Selbstmordattentäter wurde als "Märtyrer" bezeichnet

Die israelische Polizei hat der führenden palästinensischen Tageszeitung "Al Quds" in Ostjerusalem mit der Schließung gedroht, falls sie weiterhin Anzeigen der radikalen islamischen Hamas-Organisation und der extremistischen Untergrundgruppe "Islamischer Heiliger Krieg" druckt.

"Gestorben für palästinensische Sache"

Wie die israelische Tageszeitung "Haaretz" berichtete, habe die Jerusalemer Polizei Anstoß an mehreren Anzeigen genommen, in denen palästinensische Selbstmordattentäter als "Märtyrer" bezeichnet wurden, die "für die palästinensische Sache" gestorben seien. Außerdem seien Palästinenser darin aufgefordert worden, es diesen "Märtyrern" gleich zu tun.

"Anzeigen drucken aus finanziellen Gründen"

Ein Sprecher der traditionsreichen Jerusalemer Zeitung erklärte dazu: "Wir sind eine Zeitung wie jede andere, und wenn wir Anzeigen drucken, dann aus finanziellen Gründen." Das Blatt habe Anzeigen von Hamas und Jihad Islami seit fünf Jahren gedruckt, und niemals habe es Beanstandungen der israelischen Zensurbehörde gegeben. (APA)

Share if you care.