Rumänien befürchtet Benachteiligung exkommunistischer Länder

16. November 2001, 14:39
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Staatspräsident Ion Iliescu bezieht sich auf den Austausch landwirtschaftlicher Produkte

Bukarest - Rumänien hat es beklagt, im Handel mit landwirtschaftlichen Produkten mit den übrigen exkommunistischen Staaten Europas benachteiligt zu sein. Dies sagte der rumänische Staatspräsident Ion Iliescu am Freitag beim Ministerpräsidententreffen der Staaten der mittel- und osteuropäischen Freihandelsorganisation CEFTA (Central European Free Trade Association) in Bukarest.

Zum turnusmäßigen Jahrestreffen der CEFTA-Regierungschefs waren die Ministerpräsidenten Viktor Orban (Ungarn), Milos Zeman (Tschechien), Leszek Miller (Polen), Mikulas Dzurinda (Slowakei und Janez Drnovsek (Slowenien) nach Bukarest gekommen, außerdem Bulgariens Vize-Premier und Wirtschaftsminister Nikolaj Wassiljew. Ebenfalls anwesend war der kroatische Regierungschef Ivica Racan, weil sein Land die CEFTA-Mitgliedschaft anstrebt. Iliescu erklärte, dass sein Land im StattAustausch landwirtschaftlicher Produkte mit anderen CEFTA-Staaten "in unangenehmer Weise, um einen Euphemismus zu gebrauchen" benachteiligt sei. Dies liege an "Assymmetrien" die daher rühren, dass die Landwirtschaft in diesem Staaten in unterschiedlicher Weise subventioniert werde. Iliescu verlangte, dass sich die CEFTA-Staaten auf eine einheitliche Subventionspolitik auf diesem Sektor einigen.

Ähnliche Klage aus Polen

Das berichteten Experten. In Rumänien fällt vor allem die Menge der Lebensmittelimporte aus Ungarn auf. In den Grenzregionen zum Nachbarland gehören Ausflüge zahlreicher Privat-Konsumenten nach Ungarn zum Einkauf von Grundnahrungsmitteln zum Alltag. Ungarische Händler haben deswegen dicht an der Grenze Kaufhäuser gebaut. Die CEFTA wurde 1992 in Krakau von den vier so genannten Visegrad-Staaten Tschechien, Slowakei, Polen und Ungarn gegründet. Rumänien trat 1997 bei, Slowenien 1996 und Bulgarien 1998. Die Mitglieder betrachten die CEFTA als Vorzimmer zur Europäischen Union, deren Mitgliedschaft alle anstreben. (APA/dpa)

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