ABC-Panzer, Spezialeinheiten und "Transall"-Transporter

16. November 2001, 14:18
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Was Deutschland zum Kampf gegen den Terror beitragen soll...

Berlin - Mit dem Vertrauensvotum für den deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat der Bundestag am Freitag in Berlin auch der Bereitstellung von 3900 Bundeswehrsoldaten und militärischem Gerät für den Kampf gegen den internationalen Terrorismus zugestimmt. Dazu gehören unter anderem ABC-Abwehrkräfte, Spezialkräfte und Seestreitkräfte. Die Soldaten sollen gegebenenfalls an der Operation "Enduring Freedom" (Dauerhafte Freiheit) teilnehmen. In einer Protokollerklärung stellte die Bundesregierung klar, dass sich die Operation allein gegen das Netzwerk des mutmaßlichen Terroristenführers Osama bin Laden und diejenigen richteten, die es beherbergten oder unterstützten. AFP fasst zusammen, was die Bundeswehr im Einzelnen zum Kampf gegen den Terror beitragen soll:

Spürpanzer Fuchs: Die Bundeswehr verfügt über spezielle Kräfte und Geräte zur Aufklärung von atomarer, biologischer und chemischer Verseuchung (ABC). Rund 800 Mann der ABC-Einsatzkräfte sollen für den Anti-Terror-Krieg der USA in Afghanistan bereitgestellt werden. Ihr wichtigstes Instrument ist der Spürpanzer Fuchs, den die USA nach früheren Angaben Schröders ausdrücklich anforderten. Er besitzt die Fähigkeit, atomare und chemische Verseuchungen zu erkennen, zu markieren und Proben für Feinanalysen zu nehmen. Das Fahrzeug wurde bereits im Golf-Krieg von den USA, Großbritannien und Israel eingesetzt.

Lufttransport: Bis zu 500 Soldaten will die Regierung für den Lufttransport von Material und Menschen bereit stellen. Dafür würde sich das Transportflugzeug Transall C-160 anbieten. Was das Riesenflugzeug für einen Einsatz auch über Afghanistan interessant macht, ist, dass es Lasten im Tiefflug abwerfen kann. Damit könnten die Transall-Maschinen bei der Verteilung von Lebensmittelpaketen verwendet werden. Dafür wurde es bereits in Bosnien eingesetzt. Das inzwischen veraltete Flugzeug soll in den kommenden Jahren von einem neuen europäischen Militärtransporter abgelöst werden, der deutlich schneller fliegen kann als die auf 500 Stundenkilometer beschränkte Transall.

Spezialkräfte: Etwa hundert Mann spezieller Elitetruppen der Bundeswehr will die Bundesregierung auf Bitten der USA bereitstellen. In diesem Zusammenhang wurde immer wieder das Kommando Spezialkräfte (KSK) genannt. Zum Auftrag dieser erst 1996 gegründeten Eliteeinheit gehören laut Bundeswehr die Rettung und Evakuierung von Menschen "aus besonderen Lagen" - auch aus der Geiselhaft von Terroristen. Die KSK-Soldaten sind zudem für verdeckte Operationen sowie für den Kampf gegen "besonders wichtige Ziele auf gegnerischem Territorium" ausgebildet. Neben den Spezialkräften stellt die Bundeswehr laut Schröder noch eine Einheit von 250 Mann zur Evakuierung von Verwundeten bereit.

Seestreitkräfte: Mit etwa 1800 Soldaten der Seestreitkräfte soll die Bundeswehr in der Region von Afghanistan unter anderem Schiffe mit gefährlicher Ladung schützen, zum Beispiel Öltanker. Das Aufklärungsflugzeug Breguet 1150 Atlantic der Bundeswehr ist eigens für die Seeüberwachung konzipiert: Der Flieger ist mit einem Radar ausgestattet, das U-Boote aufspüren kann. Zur Zerstörung der feindlichen Boote sind Torpedos an Bord, zur Bewaffnung gehören darüber hinaus Wasserbomben und Minen. Die Atlantic-Flugzeuge sind aber auch für Such- und Rettungsaufgaben geeignet.

Zu dem bereitgestellten Kontigente gehören zudem 250 Sanitätskräfte sowie 450 Soldaten als Unterstützungskräfte der anderen Einheiten. Dazu zählen etwa Fernmelder und Militärpolizei. (APA)

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