Neujahrskonzert + Lipizzaner + Euro-Tanz in der Nationalbank

16. November 2001, 14:14
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... so präsentiert sich Österreich zur Jahreswende der Welt

Wien - Die Einladung an den japansichen Dirigenten Seiji Ozawa, das Neujahrskonzert 2002 zu leiten, war nicht nur nahe liegend für einen Künstler, mit dem das Orchester seit 35 Jahren verbunden ist, und für den künftigen Musikdirektor der Staatsoper - man wollte auch "ein bisserl den japanischen Musikliebhabern die Reverenz erweisen, für die Wien noch immer die Stadt der Musik ist". Sagt Orchestervorstand Clemens Hellsberg.

Aggressives Marketing

Japan und die USA, wo Ozawa seit 29 Jahren als Chef des Boston Symphony Orchestra (BSO) seinen künstlerischen Mittelpunkt hatte, werden denn auch beim internationalen Marketing für die CD mit dem Neujahrskonzert 2002 besonders aggressiv beworben, kündigte Decca-Präsident Costa Pilavachi an, auf deren Label Philips die Live-Aufnahme bereits am 7./8. Jänner ausgeliefert sein wird.

Die Raritäten, die neben den Johann Strauß-Hits traditionell ins Programm gestreut werden, gelten 2002 dem Marsch "Zivio!" (als Auftaktstück) und der Elisen-Polka von Johann Strauß sowie der "Danse diabolique" von Joseph Hellmesberger jun., früherer Konzertmeister und Abonnementdirigent der Philharmoniker.

Optisches Beiwerk

Für die Live-TV-Übertragung, die der ORF in Koproduktion mit dem ZDF und dem japanischen NHK (Dienstag, 1. Jänner 11.15 in ORF 2) tritt wieder einmal die Spanische Hofreitschule an. Zuletzt gab es ein Rossballett zu Neujahr 1987 unter Karajan. Nun werden die Lipizzaner zur "Beliebten Annen-Polka" von Strauß Vater und zur "Elisen-Polka" von Strauß-Sohn in der Hofburg dahintraben.

Regisseur Brian Large sah sich durch die Euro-Einführung zu einem "Tanz der Maschinen" in der Österreichischen Nationalbank und in der Münze Österreich veranlasst. Der "Aquarellen"-Walzer" wird durch die imperiale Architektur und durch die Sammlungen des Kunsthistorischen Museums führen.

Auch im Parlament wird getanzt

Schauplatz des vom Wiener Staatsopernballett traditionell live getanzten "Donauwalzers" ist erstmals das Parlamentsgebäude. Startänzer Vladimir Malakhov wird nicht nur als Solist auftreten, sondern erstmals auch für die Choreografie verantwortlich zeichnen.

Wasser aus Österreich - Flüsse, Seen und Gletscher - sprudelt in der Pause in einem Film von Gernot Friedel, zu dem das Hagen-Quartett späte Quartette von Joseph Haydn spielt, die auch eine Vorbildwirkung für die Walzerdynastie Strauß hatten. (APA)

Neujahrskonzert live am Dienstag, 1. Jänner 11.15 in ORF 2

Zur Einstimmung strahlt der ORF bereits um 10.50 Uhr Aufnahmen von Ozawa von den Proben aus und berichtet über die Arbeit bei der Aufzeichnung mit den Lipizzanern und den Vorbereitungen zum Ballett im Parlament.
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