Verfahren gegen Bildhauer Gottfried Bechtold wegen anonymer "Pornographie"-Vorwürfe eingestellt

16. November 2001, 13:59
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Bregenz - Der bekannte Bildhauer und Objektkünstler Gottfried Bechtold (54) aus Hörbranz bei Bregenz ist erleichtert. Ein gerichtliches Verfahren gegen ihn wegen Verstoßes gegen das Pornografiegesetz wurde von der Staatsanwaltschaft Feldkirch mit der Begründung eingestellt, es sei nicht nachweisbar, dass der Künstler mit ausgestellten pornografischen Bildern Personen unter 16 Jahren habe gefährden wollen.

In einer ersten Reaktion zeigte sich Bechtold, der zur Zeit auf der Kunstmesse in Turin ist, erleichtert. Gegenüber ORF Radio Vorarlberg versicherte der Künstler, die Aktion sei nicht als Verstoß gegen das Strafrecht geplant gewesen, er freue sich über die Einstellung des Verfahrens. "Die Kunst hat gesiegt", er wolle "voll rehabilitiert" werden und die beschlagnahmten Bilder zurück erhalten, betonte Bechtold.

Der Vorarlberger Künstler war seit Sommer in den Mühlen der Justiz. Mitte August wurden von Bechtold im "Kunstterminal" (Schauvitrine, Anm.) am Leutbühel in der Bregenzer Fußgängerzone als Collage ausgestellte Nacktfotos aus der Serie "Made in Heaven" des amerikanischen Objektkünstlers Jeff Koons und dessen damaliger Frau Ilona Stadler ("Cicciolina") nach anonymen Anzeigen wegen angeblicher Pornografie beschlagnahmt. Die Beschwerde von Bechtold, der sich bei seiner aus Anlass der großen Koons-Ausstellung im Kunsthaus Bregenz gestarteten Aktion auf die Freiheit der Kunst berief, wurde Anfang Oktober vom Landesgericht Feldkirch zunächst als unbegründet abgewiesen und das Bezirksgericht mit neuerlichen Erhebungen beauftragt. (APA)

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