Novomatic will Casino-Konzessionen

16. November 2001, 13:58
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Glücksspielkonzern kündigt bei Fall des "Quasimonopols" Milliardeninvestitionen an

Wien - Der integrierte Glücksspielkonzern Novomatic AG mit Sitz in Gumpoldskirchen bei Wien sieht die Chance auf den baldigen Betrieb eigener Casinos in Österreich. "Wir melden unser nachhaltiges Interesse an zusätzlichen Konzessionen an", sagte Novomatic-Vorstand Johannes Hahn am Freitag vor Journalisten in Wien. Es gebe deutliche Anzeichen, dass die derzeit zwölf Glücksspielkonzessionen demnächst um drei weitere aufgestockt werden sollen. Dafür ist eine Änderung des Glücksspielgesetzes erforderlich, das die Zahl der Konzessionen bisher mit zwölf begrenzt.

"Quasimonopol"

Mit der Vergabe neuer Lizenzen an Novomatic würde das "Quasimonopol" im österreichischen Casinobetrieb der Vergangenheit angehören, so Hahn. Die Situation, dass eine private Kapitalgesellschaft - die Casinos Austria - alle Casinos betreiben könne, sieht er für das beginnende 21. Jahrhundert als nicht mehr zeitgemäß, zumal es kein gesetzlich festgeschriebenes staatliches Glücksspielmonopol in Österreich gebe. Eine Konzessionserweiterung könnte hier "europäische Normalität einkehren lassen".

Milliardeninvestitionen

Im Fall eines Zuschlags kann sich Hahn Gesamtinvestitionen von rund einer Mrd. S (73 Mill. Euro) an Standorten im östlichen Österreich vorstellen. Bisher konzentrieren sich die heimischen Casino-Standorte auf die westlichen Bundesländer. Technisch und organisatorisch sieht sich das Unternehmen für eigene Casinos bestens gerüstet: In Deutschland betreibt Novomatic bereits sechs Standorte mit einem Umsatz von mehr als 1,2 Mrd. S, in der Schweiz habe das Schwesterunternehmen ACE kürzlich vier Lizenzen zum Spielbank-Betrieb für 20 Jahre erhalten. "Die strengen Beurteilungskriterien der Schweizer sollten auch für Österreich gelten", meint Hahn.

Derzeit nehmen die Casinos Austria alle zwölf für Österreich vergebenen Casino-Lizenzen wahr. Im Jahr 1996 war Novomatic mit der Bewerbung um eine Glücksspiellizenz beim Finanzministerium abgeblitzt. Das Verfahren war damals bis zum Verfassungsgerichtshof gegangen. Hahn tritt weiter für mehr Transparenz bei der Lizenzvergabe und den Bedingungen ein: So sei nicht einzusehen, warum für eine Casinolizenz ein Grundkapital von 300 Mill. S nachzuweisen sei, für eine Vollbankkonzession dagegen nur 70 Mill. S.

Drei Standbeine

Die "Novomatic Group of Companies" steht auf drei Standbeinen: Erzeugung und weltweiter Verkauf selbst entwickelter und produzierter Glücksspielausstattung, Betrieb von Spielbanken und Spielautomaten-Casinos weltweit und Verkauf von Wett-Dienstleistungen. Die Novomatic-Tochter Admiral Sportwetten notiert seit Juli des Jahres an der Wiener Börse. (APA)

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