Vom "baldigen" Klonen menschlicher Embryonen ist die Rede

16. November 2001, 16:04
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Antinori will seine Pläne in Großbritannien verwirklichen

Lexington/London - Der US-Wissenschafter Panayiotis Zavos hat die "baldige" Klonung menschlicher Embryonen in Aussicht gestellt. Die ersten künstlichen Übertragungen von Zellinformationen in menschliche Eizellen würden Ende des Jahres oder zu Beginn des kommenden Jahres erwartet, sagte der Forscher des Instituts für Andrologie in Lexington im US-Bundesstaat Kentucky am Donnerstag (Ortszeit) in Lexington.

An dem Experiment würden zehn Paare freiwillig teilnehmen, die auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen könnten. Der 57-jährige US-Wissenschafter griechisch-zypriotischer Herkunft gehört zu einer internationalen Gruppe von Reproduktionsexperten.

Derzeit wird im US-Kongress ein Gesetz beraten, das das menschliche Klonen sowohl zu Fortpflanzungs- wie auch zu Forschungszwecken unter Strafe stellt. Die Forscher setzen ihre Experimente dennoch in zwei Geheimlabors fort. Erbmaterial aus menschlichen Zellkernen sei bereits in tierische Eizellen verpflanzt worden, sagte Zavos.

Auch Antinori will klonen

Der umstrittene italienische Reproduktionsmediziner Severino Antinori will seine Pläne, einen Menschen zu klonen, in Großbritannien verwirklichen. Dies sagte Antinori nach einer Entscheidung des englischen obersten Gerichts, wonach derartige Versuche rechtlich nicht zu verhindern seien. Zurzeit gäbe es kein Gesetz, das den Einsatz geklonter menschlicher Embryonen in der Forschung verbiete. Auch das Klonen von Menschen selbst sei nicht ausdrücklich verboten. Das britische Gesundheitsministerium will gegen die Entscheidung Berufung einlegen und ein Verbot wenn nötig mit einer Eilgesetzgebung durchsetzen, so ein Bericht der BBC.

Bei dem Eingriff werden normale Zellen oder unveränderte Stammzellen des Mannes mit einer Eizelle der Frau zusammengeführt. Zuvor werden die in der Eizelle gespeicherten Erbinformationen gelöscht. Bei der Zellteilung soll anschließend ein Embryo mit sämtlichen Erbinformationen des Mannes entstehen. Der Embryo wird in die Gebärmutter der Frau eingepflanzt. Antinori beabsichtigt das Klonprogramm unverzüglich zu starten, um sein Ziel, unfruchtbaren Paaren den Kinderwunsch zu erfüllen, zu verwirklichen. Die britische Pro-Life Allianz geht davon aus, dass die Entscheidung des obersten Gerichtshofes zu heftigen Diskussionen führen wird. "Klongesetze beinhalten viele Unsicherheiten. Dadurch können Wissenschaftler ohne Restriktionen bzw. Sanktionen seitens der Regierung menschliche Embryonen klonen." (APA/pte)

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