Mehrere Taliban-Führer angeblich gefasst

16. November 2001, 06:48
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Weder Mullah Omar noch Bin Laden darunter - Rumsfeld hält Flucht Bin Ladens für unwahrscheinlich

Washington/London - Die Nordallianz in Afghanistan hat nach US-Angaben offenbar mehrere ranghohe Taliban-Führer ergreifen können. Die Allianz habe die USA über die am Donnerstag erfolgten Gefangennahmen informiert, verlautete aus US-Regierungskreisen. Wo die Aktion erfolgte, war zunächst nicht bekannt. Unter den Festgenommenen seien aber weder Taliban-Chef Mullah Mohammad Omar noch der Moslem-Extremist Osama bin Laden, hieß es weiter. Die USA hofften jedoch auf Informationen über den Verbleib der beiden Männer.

Die US-Angriffe in Afghanistan konzentrieren sich nach Angaben des Pentagons nun zunehmend auf Bin Laden und dessen Netzwerk El Kaida. "Wir ziehen die Schlinge enger", sagte der zuständige US-Befehlshaber, General Tommy Franks, am Donnerstag in Washington. Zugleich betonte er, das Taliban-Regime sei noch nicht vollständig geschlagen.

Ziel ist Zerschlagung des El-Kaida-Netzwerks

Franks sagte, das Ziel der US-Offensive in Afghanistan sei von Anfang an die Zerschlagung des El-Kaida-Netzwerks gewesen. Im Süden des Landes hätten US-Sondereinsatzkommandos in den vergangenen Tagen nahe der Taliban-Hochburg Kandahar operiert, sagte der General. Straßen seien blockiert worden, um Taliban- und El-Kaida-Kämpfern die Flucht zu erschweren. Zugleich schien Franks anzudeuten, dass US-Soldaten nicht das Risiko eingehen, El-Kaida-Führer bis in die Berge Afghanistans zu verfolgen, wo ihnen Höhlen und Tunnel als Unterschlupf dienen.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte, es sei zwar möglich, dass Bin Laden aus Afghanistan entkomme. Er halte dies jedoch für unwahrscheinlich. "Ich denke, wir werden ihn finden - entweder dort oder in einem anderen Land", sagte Rumsfeld. (APA/Reuters/AP)

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