Ramadan: Im neunten Monat sollst du fasten

17. November 2001, 16:37
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Fastenmonat verlangt tagsüber strikte Abstinenz von den Gläubigen

Kairo - Der Fastenmonat Ramadan, der am Freitag in der moslemischen Welt begonnen hat, ist der neunte Monat des islamischen Mondjahres. Sein offizieller Anfang hängt von der Sichtbarkeit der zunehmenden Mondsichel ab und kann deshalb in verschiedenen Regionen der Erde variieren. Während der 29 bis 30 Tage des Ramadan ist der gläubige Moslem zwischen Sonnenaufgang und -untergang zu strikter Abstinenz angehalten. Essen und Trinken sowie Rauchen und Sexualverkehr sind in dieser Zeit untersagt.

Die Einhaltung des Fastengebotes wird von allen gesunden, erwachsenen Gläubigen erwartet, so dass während des Ramadan das wirtschaftliche Leben in den islamischen Ländern stark eingeschränkt ist. Die sozialen Kontakte werden aber umso intensiver, denn nach Sonnenuntergang werden oft Familienfeste gefeiert. Das Fasten soll Dank und Anerkennung für die Gaben Gottes vermitteln. Außerdem sollen die Gläubigen lernen, ihre Bedürfnisse zu kontrollieren. Der Ramadan bietet zudem die Chance, versäumte religiöse Pflichten nachzuholen.

Allah übergab den Koran

Der Überlieferung zufolge übergab Gott in der Nacht vom 26. auf den 27. Ramadan dem Propheten Mohammed den Koran, das heilige Buch der Moslems. Dieser Tag wird als Lailat el Kadr (Nacht der göttlichen Macht) gefeiert. Den Abschluss des Ramadan bildet ein Fest des Fastenbrechens, in der Türkei Seker-Bayram (Zuckerfest), bei den Arabern Id el fitr genannt. An diesem Tag beschenken sich Verwandte und Freunde mit Süßigkeiten. Die Armen erhalten Almosen, um den Tag gebührend mitfeiern zu können.

In der islamischen Welt ist wiederholt eine Unterbrechung der US-Angriffe auf Afghanistan während des Ramadan gefordert worden. Die USA haben dies abgelehnt und dabei unterstrichen, dass in der Vergangenheit auch moslemische Staaten während des Fastenmonats Kriege gegeneinander geführt hätten. US-Präsident George W. Bush übermittelte den Moslems in aller Welt zu Beginn des diesjährigen Ramadan eine Grußbotschaft. Das US-Verteidigungsministerium bekräftigte die Entscheidung, die Luftangriffe nicht zu unterbrechen. (APA/AP)

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