US-Wissenschafter gegen Ausländerverbot in der biologischen Forschung

15. November 2001, 21:37
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Gesetzesentwurf zum "Patriot Act" bedroht die Medizin

Washington/LaJolla - Der US-Verband der Mikrobiologen (ASM) fürchtet schwere Schäden für Wissenschaft und Medizin, falls die nach dem Terroranschlag beschlossenen Sicherheitsgesetze ("Patriot Act") wie geplant verschärft werden. Dabei geht es darum, wer in den USA nicht mehr an Bakterien und Viren - potenziellen Biowaffen - forschen darf: Bisher sind das Fremde aus Ländern, die den "Terrorismus unterstützen". Künftig soll das Verbot alle Nicht-US-Bürger treffen.

"Wir haben Tausende ausländische Forscher in unseren Labors", beschwor ASM-Präsident Roland Atlas bei einem Hearing das zuständige Senatskomitee, "ihr Ausschluss aus der Forschung hätte einen sehr ernsten Einfluss auf die Medizin."

"Nichtamerikanern in unserem Bereich das Arbeiten zu verbieten, wäre wenig sinnvoll, da über 80 Prozent der Wissenschafter Ausländer sind", reagiert ein möglicher Betroffener, der Salzburger Robert Schwarzenbacher, der im Burnham-Institute, LaJolla, mit Anthrax arbeitet, "es würde nur die Forschung stoppen"; und der Sicherheit "nichts bringen: Bioterror ist einfach. Dafür braucht man keine Erreger aus Labors zu stehlen. Das Gegenmittel zu finden, ist das Problem." (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16. 11. 2001)

Vom Jürgen Langenbach
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