Bischof Krenn: Tötung Bin Ladens "moralisch vertretbar"

15. November 2001, 21:13
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Fatwa aus St. Pölten: "Mord darf nicht zum Spaß erfolgen"

Wien - Die Beweise für die Schuld des Moslem-Extremisten Bin Laden an den Anschlägen in den USA seien derart gravierend, dass ein Tyrannen-Mord "moralisch vertretbar" ist. Diese Meinung vertritt der St. Pöltener Bischof Kurt Krenn nach Angaben der "Presse" . "Es ist eine alte Frage, ob die Ermordung eines Tyrannen moralisch erlaubt ist", wurde Krenn zitiert. Seiner Meinung nach ist die Tötung als letzte Möglichkeit dann gestattet, wenn dadurch ein Krieg, ein Terroranschlag oder ein anderes Übel zu verhindern ist.

Krenn betonte allerdings: "Ein Mord darf nur als Notwehr und nicht zum Spaß erfolgen. Unschuldige Menschen dürfen nicht getötet werden." Er dürfe allerdings nur die "letzte Möglichkeit" sein, um weitere Verbrechen des islamischen Extremisten zu verhindern. Ähnlich äußerte sich der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner: "Aus meiner Sicht wäre es das Beste, Osama bin Ladens habhaft zu werden und ihn anzuklagen. Aber wenn das nicht möglich ist, bleibt der Tyrannen-Mord die letzte Möglichkeit", meinte Meisner. Er verglich die Situation mit der Nazi-Zeit, als der Tod Adolf Hitlers der Menschheit viel Leid erspart hätte. "Es geht um die Frage: Muss ich die Menschheit vor einem Unmenschen bewahren, der nur Tod, Hass und Verderben bringt?" (APA)

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