Deutsche, Tiroler und türkische Wiener

15. November 2001, 20:45
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In Österreich leben 730.200 Ausländer

Innsbruck/Bregenz/Wien - In der Gemeinde Jungholz in Tirol sind die Ausländer in der Mehrheit. Laut neuester Volkszählungsauswertung der Statistik Austria haben exakt 51,4 Prozent aller Jungholzerinnen und Jungholzer nicht die österreichische Staatsbürgerschaft, sondern, in den allermeisten Fällen, die deutsche.

Überraschend ist das freilich nur für Ortsunkundige. Denn Jungholz ist ob seiner exponierten Lage von Restösterreich aus gar nicht erreichbar. Alle Wege führen zum Nachbarn. Gleiches gilt für Mittelberg in Vorarlberg, wo 37,2 Prozent der Bevölkerung Ausländer sind.

Wie in einem Teil der gestrigen STANDARD-Ausgabe berichtet, leben im gesamten Bundesgebiet rund 730.200 Nichtösterreicher (212.500 mehr als vor zehn Jahren), davon haben 110.000 einen EU-Pass. Das ergibt im Bundesdurchschnitt einen Ausländeranteil von 9,1 Prozent - verglichen mit 1991 ein Plus von 2,5 Prozentpunkten.

Insgesamt sei festzustellen, so Johann Ladstätter von der Statistik Austria, "dass es kaum einen anerkannten Staat gibt, der keinen Bürger in Österreich leben hat". Die weitaus größten Teile stellen nach wie vor Jugoslawien mit 158.800 (21,3 Prozent) und die Türkei mit 130.100 (17,8 Prozent) Bürgern. Dahinter folgen Bosnien-Herzegowina (13,2 Prozent), Deutschland (10,2 Prozent) und Kroatien (7,9 Prozent).

Bundesländervergleich

Wien weist mit 16,4 Prozent den höchsten Ausländeranteil im Bundesländervergleich auf. Dahinter folgen Vorarlberg (13,5 Prozent) und Salzburg (zwölf Prozent). Am geringsten ist der Anteil in den als Wirtschaftsstandort weniger attraktiven Bundesländern Kärnten (5,8 Prozent) sowie Steiermark und Burgenland mit nur jeweils 4,6 Prozent. (APA, simo, DER STANDARD Print-Ausgabe 16.11.2001)

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