Direktor der Kunsthalle Tirol gekündigt

15. November 2001, 22:03
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Salden sieht Vertragsbruch, Grüne kritisieren Kulturlandesrat

Hall - "Boxer", die nächste Ausstellung in der Kunsthalle Tirol in Hall, die am 7. Dezember eröffnet wird, könnte das letzte Statement von Direktor Hubert Salden sein. Bürgermeister Leo Vonmetz (VP), hat sich die vorzeitige Kündigung des Direktors nachträglich im Stadtrat (gegen die Stimme des VP-Kulturstadtrates und der SP) bestätigen lassen. Salden, der die Kündigung nicht annimmt, sieht darin einen Vertragsbruch: Er sei 1998 auf fünf Jahre bestellt worden, und zwar zur Führung eines Ganzjahresbetriebes.

Vonmetz will in dem international renommierten Haus nur mehr eine Ausstellung pro Jahr sehen und das Gebäude die restliche Zeit für Events aller Art zur Verfügung stellen. Eine Reduzierung des künstlerischen Angebots stünde aber im Widerspruch zu einer Auflage des Landes. Dieses hatte in das alte Salzlager 30 Millionen Schilling (2,18 Mio. Euro) ausdrücklich für den Betrieb einer "Kunsthalle" investiert. Diese Summe müsste die Stadt nun zurückzahlen. Kulturlandesrat Günther Platter (VP) hält zwar an dieser Vorgabe fest, jedoch anscheinend nicht an Salden: "Ich muss die Kündigung zur Kenntnis nehmen."

Eine Arbeitsgruppe soll nun über die Zukunft des Hauses entscheiden. Tirols Grüne, die eine Übernahme der Kunsthalle durch das Land fordern, werfen Platter vor, dem "Druck von rechts zu weichen". Salden will mit "Boxer" Stehvermögen zeigen: Auch "den stattfindenden Kulturkampf um die Kunsthalle" solle die Ausstellung "manifestieren".
(bs/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16. 11. 2001)

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