Schwester frisst die Gewinne weg

16. November 2001, 18:41
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Kursverlust der VA Tech belastet Ergebnis der Voest Alpine mit 55 Millionen Euro

Wien - Der Wertverlust der Beteiligung an der Schwester VA Tech belastet das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) der Voest Alpine zur Hälfte des Geschäftsjahres 2001/2002 mit 55 Mio. EURO (756,8 Mio. S). Gleichzeitig ging aufgrund der ungünstigen Stahlkonjunktur der Betriebserfolg um 40 Prozent auf 87 Mio. Euro zurück.

Vorstandsvorsitzender Franz Struzl wies am Freitag anlässlich der Präsentation der Ergebnisse darauf hin, dass der durch Kostensteigerungen bei Rohstoffen und Energie und einen Preisverfall verursachte Rückgang des Betriebserfolgs sich mit einem Rekord des Halbjahresergebnisses von 2000/2001 vergleicht. "Die operativen Kennziffern entsprechen den Werten eines durchschnittlich guten Geschäftsjahres".

Struzl ist optimistisch, bis zum Ende des Geschäftsjahres den Betriebserfolg des vorvergangenen Jahres (153 Mio. EURO) wieder erreichen zu können. Den Aktionären soll eine unveränderte Basisdividende von 1,20 Euro je Aktie bezahlt werden. Der Bonus aus dem Rekordjahr (70 Cent) werde allerdings wegfallen.

Kein Verkaufsdruck bei VA Tech

Struzl sagte weiter, der Anteil an der VA Tech (19,05 Prozent) solle abgegeben werden. Dies sei vom Aufsichtsrat bereits genehmigt. Die Vorbereitung dafür sei durch die Umschichtung des Anteils vom Anlagevermögen in das Umlaufvermögen bereits erfolgt. Es gebe aber keinen Verkaufsdruck.

Eine Erholung der Stahlkonjunktur werde erst im Sommer 2002 erwartet, sagte der stellvertretende Vorsitzende, Wolfgang Eder. Die um 7,7 Prozent gefallenen Preise könnten noch um etwa ein bis zwei Prozentpunkte weiter heruntergehen. Umso wichtiger, betonte Struzl, sei die rasche Umsetzung der Strategie noch stärker in die Weiterverarbeitung zu gehen, um die Abhängigkeit vom Stahlzyklus zu verringern. Sowohl bei Autozulieferern als auch bei den Anbietern von Bahnsystemen sehe man sich nach geeigneten Übernahmekandidaten an. Die berichtete geplante Übernahme des niederländischen Autozulieferers Polynorm, mit einem Kaufpreis von 127 Mio.EURO die größte Akquisition in der Geschichte des Konzerns, werde wahrscheinlich noch vor Weihnachten einschließlich der Genehmigung der EU-Kommission realisiert werden. (ha, DER STANDARD, Printausgabe 17.11.2001)

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