Für Grasser war Italien-Verbindung für TA nicht glücklich

15. November 2001, 16:46
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Entwicklung der Telekom Austria aber nicht so schlecht - es besteht "Phantasie nach oben".

Die Republik Österreich weint der Telecom Italia (TI), die heute, Donnerstag, den vollständigen Ausstieg aus ihrem Österreich-Engagement bestätigt hat, offensichtlich keine Träne nach: In den Augen von Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F) sei im Rückblick "die Verbindung mit der Telecom Italia nicht glücklich gewesen", vielmehr habe sie "die Entwicklung der österreichischen Telekom gehemmt".

Im Vergleich gute Performance

Im Industrieausschuss gestern, Mittwochabend, sagte Grasser außerdem, dass die Entwicklung der Telekom Austria (TA) keineswegs so schlecht zu sehen sei, wie dies oft dargestellt werde. Im europäischen Vergleich habe die österreichische Telekom sogar die beste Performance unter allen vergleichbaren Unternehmen. Während Aktien anderer Unternehmen Verluste bis zu 50 Prozent schrieben, bestehe bei der Telekom Austria-Aktie "Phantasie nach oben".

Am Donnerstag hat die TA-Aktie erstmals seit ihrer Emission vor knapp einem Jahr im Handelsverlauf den Ausgabekurs von 9 Euro leicht übertroffen.

Handlungsbedarf bei der Telekom Austria

ÖIAG-Chef Peter Michaelis sagte im Ausschuss, er sehe unter allen ÖIAG-Beteiligungen den größten Handlungsbedarf bei der Telekom Austria, deren italienischer Partner überraschend angekündigt habe, die Verbindung mit der TA lösen zu wollen.

In absehbarer Zeit ein vernünftiges Konzept

Was das für die Zukunft bedeute, sei noch nicht zu ermessen, sagte Michaelis. Die österreichische Verhandlungsposition gegenüber der Telecom Italia bezeichnete Michaelis als gut. Michaelis kündigte an, "Wir werden in absehbarer Zeit ein vernünftiges Konzept vorlegen, das auch die Kleinaktionäre zufrieden stellen wird."

"Erfolgsstory"

Die bisherige Kursentwicklung der Telekom-Aktie nannte Michaelis eine "Erfolgsstory". Die Kleinaktionäre könnten darauf vertrauen, "dass wir das richtige Konzept für die Zukunft finden werden".

Kritik am Telekom-Börsegang wies der Finanzminister mit dem Hinweis darauf zurück, dass Österreich heute eine wesentlich stärkere Telekom hätte, hätte man sie bereits im Jahr 1996 privatisiert. Die Zeit habe gedrängt, für die derzeit verantwortliche Regierung habe es keinen früheren Zeitpunkt für den Börsegang gegeben.

Die ÖIAG hält an der Telekom Austria 47,8 Prozent, die Telecom Italia 29,8 Prozent, 22,4 Prozent stehen in Streubesitz. (apa)

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