Eigenständigkeit der Frauen nur über eigenes Geld

15. November 2001, 16:21
posten

SPÖ- und ÖVP-Frauen starten Spendenkampagnen für afghanische Frauen

Wien - Vor dem Hintergrund der großen Gebietsgewinne und des "abzusehenden endgültigen Sieges der Nordallianz gegen das Taliban-Regime" appellierte SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer am Donnerstag in einer Aussendung an die internationalen politischen EntscheidungsträgerInnen und hier insbesonders an die österreichische Bundesregierung, auf die Verbesserung der Situation der Frauen besonderes Augenmerk zu legen. "Politische Lösungen müssen gesucht werden. Aber eine Konsolidierung der Machtverhältnisse darf nicht ohne die Berücksichtigung der Lebensverhältnisse der Frauen erfolgen", mahnte Prammer.

Die Frauen von RAWA, begründete Prammer das Engagement der SPÖ-Frauen, waren während der Zeit des Taliban-Schreckensregimes die einzige afghanische Organisation, die entsprechende Strukturen aufrechterhalten und sogar ausbauen konnte. Eine Einbindung dieser Organisation bei der Suche nach einer politischen Repräsentanz sei daher unabdingbar.

Aufmerksamkeit

"Um den Frauen in Afghanistan und den Flüchtlingslagern in den angrenzenden Ländern den Rücken zu stärken, haben wir vor zwei Wochen unsere friedenspolitische Initiative gestartet. Diese umfasst einerseits Aktivitäten zur Sensibilisierung über die Thematik im internen Bereich. Ziel ist dabei, dass möglichst viele Bundesländer und Bezirke sich an den Aktivitäten beteiligen. Und andererseits Straßenaktionen, Diskussionsrunden und Spendenaufrufe, um nach außen hin auf die Situation der Frauen, und die Notwendigkeit der Unterstützung aufmerksam zu machen", erläuterte Parmmer. Die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende verwies hier auch auf die Bemühungen der SPÖ-Frauen auf europäischer Ebene: "Hier wurden bereits viele Gespräche geführt, um Lobbying für die afghanischen Frauen zu machen."

Mit den gesammelten Spenden sollen in erster Linie Pogramme zur Förderung der Berufstätigkeit der Frauen gefördert werden. Wesentlich hierbei sei auch die Alphabetisierung der Frauen. "Die Eigenständigkeit der Frauen führt nur über eigenes Geld. Die Voraussetzung dazu ist die Berufstätigkeit der Frauen." Diese Faustregel, so Prammer abschließend, sei für Afghanistan genauso anzuwenden, wie für Österreich, oder jedes andere Land der Welt.

Spendenaktionen

In diesem Zusammenhang verwies Prammer auf die vorweihnachtliche Spendenkampagne der SPÖ-Frauen, die zur Gänze den RAWA-Frauen zugute kommt. Auch ÖVP-Generalsekretärin und Frauenchefin Maria Rauch-Kallat kündigte an, eine eigene Spendenaktion der ÖVP-Frauen für Frauenbildungsprojekte in Afghanistan einzurichten. "Wir wollen Alphabetisierungs- und Bildungsprogramme für Frauen unterstützen und finanzieren. Die Unterdrückung und der jahrelange Krieg im Land haben Wunden geschlagen, die erst langsam heilen werden. Damit dies ein bisschen schneller passiert, ist die Solidarität sowie materielle und ideelle Unterstützung durch Frauen auch aus Österreich ein Gebot der Stunde und eine moralische Selbstverständlichkeit", sagte Rauch-Kallat. (red)

Share if you care.