Schweiz: Waffen des "Gladio"-Netzwerks beschlagnahmt

15. November 2001, 16:04
posten

Vom CIA unterstützte Geheimarmee macht trotz "Liquidierung" Schlagzeilen

Bern - Der Schweizer Untersuchungsrichter Thomas Hansjakob hat rund 50 Maschinenpistolen und Pistolen der Geheimarmee P-26 beschlagnahmen lassen. Das Verteidigungsministerium in Bern bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht im Mittagsjournal von Radio DRS. Die P-26 war Teil des in mehreren westeuropäischen Ländern aufgedeckten "Gladio"-Netzes, das auf Betreiben des US-Geheimdienstes CIA nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut wurde, um bei einer sowjetischen Invasion Westeuropas Widerstand zu leisten.

1992 hatten die eidgenössischen Behörden offiziell erklärt, die Geheimarmee P-26 sei liquidiert worden. Auch die inventarisierten geheimen Waffenlager der P-26 galten als aufgelöst. Erst dieser Tage war jedoch bekannt geworden, dass in Bunkern immer noch 50 Spezialwaffen der P-26 lagern. Das Ministerium erfuhr nach eigenen Angaben erst im Zuge der aufgedeckten Waffenkäufe durch den ehemaligen Geheimdienstchef Peter Regli von diesen Restbeständen. Weshalb nicht alle Waffenlager aufgelöst wurden, wird nun untersucht.

Hansjakob ermittelt auch im Fall Dino Bellasi. Dieser soll als ehemaliger Mitarbeiter des Nachrichtendienstes 8,6 Millionen Franken veruntreut haben. Bellasi hatte stets behauptet, Waffen im Auftrag seiner Vorgesetzten gekauft zu haben.(APA/sda)

Share if you care.