Industrie setzt auf weibliche Spitzenkräfte

15. November 2001, 15:55
posten

Pilotprojekt mit betrieblichen "Kinderschecks"

Wien - Um dem Bedarf der Wirtschaft nach qualitativen Spitzenkräften nachzukommen, will die Wirtschaftskammer das Potenzial von Frauen und älteren Arbeitskräften verstärkt aktivieren. Trotz derzeit wieder steigender Arbeitslosenzahlen werden nach wie vor Schlüsselkräfte gesucht, 30 Prozent der ArbeitgeberInnen brauchen qualifizierte MitarbeiterInnen, betonte der stellvertretende Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Reinhold Mitterlehner, am Donnerstag vor JournalistInnen. JedeR zweite UnternehmerIn hält das Arbeitskräfteangebot in Österreich für unzureichend.

Es gebe zwar aktuell quantitativ mehr Arbeitslose, qualitativ und regional bestehe aber ein Arbeitskräftemangel betonte Mitterlehner. Dieser werde sich auf Grund der demografischen Entwicklung weiter verschärfen. Während jetzt 62,6 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 und 59 Jahre ist, wird der Anteil dieser Gruppe in 30 Jahren auf 50 Prozent sinkt, 30 bis 40 Prozent werden älter als 60 Jahre sein.

Zur Mobilisierung qualifizierter Frauen schlägt Mitterlehner die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuung und Haushaltshilfen vor. Dies müsste mittelfristig in die Steuerreform einbezogen werden. Als Pilotprojekt läuft derzeit die Aktion "Kinderscheck". Dabei stellen Betriebe monatlich einen Scheck im Wert von 2.000 S (145 Euro) zur Verfügung, der zur Betreuung eingelöst werden kann. (APA)

Share if you care.