Hämorrhoiden kann man sich auch "liften" lassen

18. November 2001, 12:30
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... eine Operation ganz ohne die gefürchteten Folgeschmerzen - durchgeführt in Wien und Graz

Graz - Eine "hohe Erfolgsrate und hohe Patientenzufriedenheit" attestiert der Chirurg Anton Berger vom Grazer Krankenhaus der Barmherzigen Brüder einer Operationsmethode zur Behandlung der unangenehmen "Krampfadern" im After. Die Hämorrhoiden werden sprichwörtlich geliftet: Bei der bereits bei 167 Patienten in der Steiermark erfolgreich angewandten Methode werden die gedehnten Schleimhäute des Enddarms in einem schmerzunempfindlichen Bereich gekürzt. Damit werden die Hämorrhoiden wieder in den Analkanal zurückgezogen und die so gestrafften Schleimhautpolster an ihrem ursprünglichen Platz fixiert.

Nahezu jeder zweite Österreicher leidet mindestens einmal in seinem Leben unter Hämorrhoiden. Während man in leichteren Fällen mit Salben und Zäpfchen, Infrarot-Behandlungen oder einer Verödung Abhilfe schaffen kann, blieb im schwersten Grad der Erkrankung mit vorgefallenen Knoten nur eine Operation, bei der die Hämorrhoidalknoten weggeschnitten wurden. Dadurch entstanden allerdings Wundflächen, die am extrem empfindlichen Darmausgang einige Tage lang schmerzhaft waren.

Die "Methode nach Longo"

Die vom italienischen Chirurgen Antonio Longo Ende der neunziger Jahre entwickelte "Methode nach Longo" ist für den Patienten weitaus angenehmer. Nachdem das Wiener Wilhelminenspital die ersten Operationen durchgeführt hatte, wurde die Methode 1999 auch in der Steiermark übernommen. "Probleme mit den alten Verfahren wie Verengung des Afters und Wiederkehren von Hämorrhoiden in fünf Prozent der Fälle konnten wir nach der Anwendung der neuen Methode nicht beobachten", so Anton Berger. Der Eingriff dauert nur rund zehn Minuten. "Voraussetzung für ein optimales Ergebnis ist aber, dass der Eingriff von einem erfahrenen Operateur durchgeführt wird", betont der Grazer Chirurg.

Mit einem Auftreten bei rund 50 Prozent der Bevölkerung kann man bei Hämorrhoiden von einem echten Volksleiden sprechen: Fast jede Altersgruppe und beide Geschlechter gleichermaßen sind davon betroffen. Allerdings gibt es verschiedene Schweregrade der Erkrankung: Schmerzen, Blutabgang, Juckreiz und Entzündungen im Afterbereich sind erste Hinweise.

Hämorrhoiden entstehen aus natürlichen Schleimhautpolstern aus Venengeflechten, Bindegewebe und Muskelfasern im untersten Teil des Mastdarms. Sie sind für den Feinverschluss des Enddarms verantwortlich. Normalerweise sind diese Schleimhautpolster im Bereich des Schließmuskels im Enddarm durch Bindegewebs- und Muskelfasern befestigt. Wird diese "Aufhängung" durch häufiges übermäßiges "Pressen" beim Stuhlgang der erhöhte Druck im Bauchraum (z. B. bei Schwangerschaften) geschädigt, gleitet die Schleimhaut mit den Pölsterchen nach untern. Durch die Verlagerung kommt es dann zu einer Abflussbehinderung des Blutes - die Polster vergrößern sich und die schmerzhaften Hämorrhoiden entstehen. (APA)

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