Deutsche Bank: Telekom Austria Übernehmekandidat

15. November 2001, 14:17
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Für Private Equity "verdaubar" - Kursziel von 10,3 Euro und Kaufempfehlung bestätigt - Nettoverlust von 84 Millionen Euro bis September 2001 erwartet

Wien - Die Analysten der Deutschen Bank sehen die seit knapp einem Jahr börsenotierte Telekom Austria (TA) als Übernahmekandidat. Die TA bleibe weiterhin ein Hauptkandidat für die weitere Konsolidierung am Telekom-Markt und für Mergers & Acquisitions-Aktivitäten, hieß es in einer aktuelle Analyse der Bank. Mit einer Marktkapitalisierung von 4,2 Mrd. Euro (57,8 Mrd. S) sei der Ex-Monopolist für Privat Equity-Investoren finanzierbar.

Im Vorfeld der für 21. und 27. November 2001 geplanten Veröffentlichung der Ergebnisse des dritten Quartals 2001 empfiehlt die Deutsche Bank die TA-Aktien - wie bereits Anfang Oktober in einer erstmaligen Bewertung des Unternehmens - weiterhin zum Kauf und gibt ein Kursziel von 10,3 Euro an.

Die Telekom Austria sei weiterhin ein "attraktiver Einstiegswert", ist die Deutsche Bank überzeugt. Die Deutsche Bank erwartet für die TA für die ersten neun Monate des laufenden Jahres 2001 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von rund 1,047 Mill. Euro (vor Restrukturierungskosten von 53 Mill. Euro) und einen Nettoverlust von 84 Mill. Euro. Die Ergebnisse würden die laufende Restrukturierung der TA im Festnetzgeschäft und eine solide Geschäftsentwicklung der Mobilkom unterstreichen, so die Deutsche Bank in ihrer Analyse.

Für das dritte Quartal 2001 erwartet die größte deutsche Bank für die TA ein EBITDA im Festnetzgeschäft von 190 Mill. Euro (vor Restrukturierungskosten), was einem Zuwachs von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (175 Mill. Euro) entsprechen würde. Dies entspreche dem laufenden Wachstum der Festnetzsparte, deren EBITDA im ersten Quartal 2001 um 9 Prozent und im zweiten Quartal um 4 Prozent gewachsen ist.

Mobilkom: EBITDA von 138 Millionen Euro erwartet

Für die "Cashcow" des Unternehmens, die Mobilfunktochter Mobilkom Austria, erwartet die Deutsche Bank im dritten Quartal ein EBITDA von 138 Mill. Euro - in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (140 Mill. Euro). Die EBITDA-Marge werde bei 35 Prozent liegen, ein Rückgang gegenüber der Marge im ersten Quartal 2001 (39 Prozent), ein Zuwachs hingegen gegenüber dem zweiten Quartal 2001 (32 Prozent). Mobilkom habe im 3. Quartal 2001 weitere 10.000 Kunden dazugewonnen, die kroatische Mobilfunktochter VIPnet weitere 60.000, die slowenische Tochter si.mobil weitere 25.000 Kunden, schätzt die Deutsche Bank.

Für das laufende Geschäftsjahr 2001 erwartet die Deutsche Bank einen Verlust von 0,21 Euro je Aktie, im Folgejahr ebenfalls noch einen Verlust von 0,13 Euro je Aktie. Im Jahr 2003 sollte erstmals ein Gewinn von 0,03 Euro je Aktie erzielt werden. Im Jahr 2000 lag der Verlust je Aktie bei 0,56 Euro. (APA)

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