Urwaldzerstörung finanziert afrikanische Bürgerkriege

15. November 2001, 14:02
1 Posting

Wie Tropenhölzer über Waffenhändler nach Europa verschoben werden

Wien/Amsterdam - In einem Holzlager im Hafen von Amsterdam machten 60 Greenpeace-Aktivisten aus zehn Ländern gegen die Finanzierung von afrikanischen Bürgerkriegen durch Urwaldzerstörung aufmerksam. In roter Farbe markierten sie Stämme aus den letzten Urwälder Afrikas mit dem Aufruf: "Stop ancient forest crime". Einkäufer dieses Holzes sind nach Angaben von Greenpeace fast alle großen europäischen Holzhändler, u.a. die Firma Danzer, welche auch in Groedig bei Salzburg vertreten ist.

Greenpeace nennt unter anderem die Oriental Timber Corporation (OTC) und die Royal Timber Corporation (RTC) als "Waldvernichter und Waffenschieber". Diese liberianischen Forstkonzerne plünderten rücksichtslos die letzten Urwälder Westafrikas, exportierten das Holz und betrieben mit dem Gewinn Waffenhandel - Greenpeace beruft sich dabei auch auf Angaben der Vereinten Nationen. Damit würden die Konzerne jedenfalls gegen ein von der UN verhängtes Embargo gegen Waffenliegerungen an Liberia verstoßen. Ein von einem UN-Expertenrat gefordertes Embargo für den Holzexport aus Liberia wird jedoch von den größten Abnehmern liberianischen Urwaldholzes verhindert: China und Frankreich.

Besagte Verbindung der europäischen Holzhändler zu den liberianischen Zulieferern haben Greenpeace und andere Umweltorganisationen nach eigenen Angaben mit Fotos dokumentiert. (red)

Greenpeace

Im kanadischen Montreal beraten diese Woche Umweltminister und wissenschaftliche Experten aus über 110 Ländern. Sie bereiten den Urwaldgipfel des Übereinkommens für Biologische Vielfalt (COP6-CBD) im April 2002 in Den Haag (Niederlande) vor. Ziel des Urwaldgipfels ist es, ein zehnjähriges Aktionsprogramm zum Schutz der Wälder zu verabschieden.

Der Greenpeace-Report "Urwaldzerstörung und Waffenhandel" ist auf Anfrage erhältlich, ebenso wie Bildmaterial von der Aktion in Amsterdam.
Share if you care.