"Kein Abgesang, denn 18 Jahre sind zu jung zum Sterben"

16. November 2001, 08:35
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Die an.schläge laden zum Solidaritätsfest im Wiener AERA

Am kommenden Samstag lädt das feministische Monatsblatt "an.schläge" zum Solidaritätsfest im Wiener Szenelokal AERA. Ab 20.00 läuft dort ein Programm, das dem 18-jährigen Bestehen der an.schläge tatsächlich würdig ist: Die Bands Celia Mara, Holy May und Bloody Mary treten auf, die DJs Jane C., Vina und pKone sowie "die Alte" sorgen für Musik in den Pausen und die Tanzperformance-Gruppe Raqs Sharqi trägt das übrige zum Stimmungsbild bei. Wenn nicht das Programm oder die vielen Preise, die es am Samstag zu gewinnen gibt, die eine oder andere motivieren kann, vorbeizuschauen, dann doch sicher die Gewissheit, dass sämtliche Einnahmen des Festes dem Fortbestehen der an.schläge zu Gute kommen: "Kein Abgesang, denn 18 Jahre sind zu jung zum Sterben" – so steht es auf dem Flyer geschrieben. Dem ist wohl nichts hinzuzufügen...

1000 Abos

Finanzielle Solidarität ist angesichts der rigiden Förderungspolitik des Sozialministeriums aber auch dringend nötig. Gehen der in Wien ansässigen Frauenzeitschrift doch aufgrund von Subventionsstreichungen seitens des Bundes ca. 300.000 Schilling ab, die nur über vermehrte Abo-Einnahmen ausgeglichen werden könnten. Insgesamt 1000 neue Abos wären nötig, um das entstandene Budget-Loch zu flicken. Die Subventionen der Stadt Wien gehen indes weiter, und auch nächstes Jahr wollen die an.schläge bei Minister Haupt wieder um Unterstützung ansuchen. Allerdings wurde dort seitens der Verantwortlichen schon verlautbart, dass ohne größere konzeptionelle Veränderungen des Projektes nicht wirklich Bereitschaft zu neuerlichen Subventionen bestehen würde.

Ein langer Weg

Leicht hatten es die an.schläge in der Zeit ihres 18-jährigen Bestehens noch nie: Angefangen wurde als vierteljährlich erscheinendes Druckwerk, das 1988 den Sprung zum Monatsmagazin wagte. Ein frauenspezifischer-feministischer Blick auf Arbeitswelt und Politik aufzuzeigen und gleichzeitig auch feministisches Korrektiv in einer noch immer allzu männlich dominierten Welt zu sein, ist bis heute Grundgedanke der Redaktion der an.schläge geblieben.

Aufgrund von immer größer werdenden finanziellen Problemen wurde die Produktion von an.schläge 1991 dann auch für mehrere Jahre eingestellt. Beate Soltesz war es drei Jahre später, die - als eine der Frauen der ersten Stunde - das Projekt selbst in ihre Hände nahm. Der Verein "CheckArt" wurde, mit dem Hauptzweck, den Fortbestand des Magazins durch Aufbringung der Gelder zu garantieren, gegründet. Aus Geldern des AMS, der Stadt Wien und des damaligen Frauenministerium konnte ein bescheidenes, jedoch solides finanzielles Fundament errichtet werden, das bezahlte Arbeitsplätze für Redaktion und Verwaltung schuf. Mit der Stornierung der Fördermenge seitens des Bundes stehen die an.schläge nun neuerlich einer existenzbedrohenden Situation gegenüber. Es gilt einmal mehr: Freie Medien müssen wir uns leisten! Hier geht´s direkt zum Abonnieren!(freu)

Wann: Sa., 17.11.2001
Wo: AERA
Gonzagag. 11
1010 Wien

ab 20.00 Uhr
Eintritt: ATS 150,-

an.schläge
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