40 Prozent der Vogelarten in der Schweiz gelten als gefährdet

15. November 2001, 13:48
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Steinkäuze und Rebhühner werden sogar als akut bedroht eingestuft

Sempach - In der Schweiz sind 40 Prozent aller Vogelarten gefährdet. Besonders kritisch sei die Situation in Feuchtgebieten und im Kulturland, teilte die Schweizerische Vogelwarte Sempach am Donnerstag mit. Die Situation vieler Vogelarten verschlechtere sich weiter, eine Trendwende sei nicht in Sicht.

Fast 80 der 195 Brutvogelarten der Schweiz sind in ihrer Existenz bedroht. In der höchsten Gefährdungskategorie befinden sich Arten wie das Rebhuhn, die Bekassine und der Steinkauz. Besonders kritisch sei die Situation für Tiere in Feuchtgebieten, erklärt die Vogelwarte. Die wenigen noch vorhandenen Feuchtgebiete seien mehrheitlich zu klein. Die zunehmenden Freizeitaktivitäten führten zu Störungen und damit immer größeren Problemen für viele Wasservögel. Im potenziell sehr artenreichen Kulturland habe die intensive landwirtschaftliche Nutzung zum Rückgang von ehemals weit verbreiteten Arten wie Wiedehopf und Grünspecht geführt.

Im Wald dagegen finden auch heute noch viele Vogelarten günstige Lebensbedingungen. Bei einigen spezialisierten Arten, die reich strukturierte, lichte und ungestörte Wälder benötigten, sind die Bestände aber ebenfalls rückläufig. Sorge bereitet die Situation des Auer- und Haselhuhns sowie der Waldschnepfe. Einige Greifvogel- und Eulenarten wie etwa der Wanderfalke und der Uhu hätten sich erholt, erklären die Vogelschützer. Die Vogelwarte befürchtet aber auch in Zukunft negative Entwicklungen in der Vogelwelt, wenn nicht deutlich größere Anstrengungen zu Gunsten der Natur unternommen werden. (APA/AP)

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