Sieben philippinische Abu-Sayyaf-Geiseln nach Monaten wieder frei

15. November 2001, 13:16
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US-Ehepaar und philippinische Krankenschwester noch in Gewalt von Extremisten

Manila - Sieben philippinische Geiseln der militanten Moslemgruppe Abu Sayyaf sind nach monatelanger Gefangenschaft wieder auf freiem Fuß. Es seien drei Frauen und vier Männer, teilte die Armee am Donnerstag mit. Über die Umstände ihrer Freilassung wurde zunächst nichts bekannt. Damit befinden sich jüngsten Angaben der Streitkräfte zufolge noch ein amerikanisches Missionarsehepaar und eine philippininische Krankschwester auf der südlichen Insel Basilan in der Hand der Moslemextremisten.

Ein Militärsprecher nannte die Befreiung der sieben Entführten ein Ergebnis der anhaltenden Offensive der Streitkräfte. Zu den Hintergründen wolle er sich nicht äußern, da dies die Bemühungen um die Rettung der verbliebenen Geiseln gefährden könne. Die Armee sei aber "sehr nahe dran", dass sie ebenfalls bald freikommen.

Aus Ferienanlage verschleppt

Zwei der Frauen waren mit den Amerikanern und weiteren Menschen Ende Mai aus einer Ferienanlage auf der westphilippinischen Insel Palawan verschleppt worden. Die dritte Frau und die vier Männer hatte die Abu Sayyaf auf Basilan entführt. Im Juni hatten die Extremisten eine dritte amerikanische Geisel enthauptet. Seit Mai waren 14 philippinische Entführte ebenfalls geköpft worden.

Während ihrer Gefangenschaft waren zwei der freigekommenen weiblichen Geiseln zum Islam übergetreten, ohne aber dazu gezwungen worden zu sein, wie sie am Donnerstag vor Journalisten berichteten. Die dritte nannte die Geiselhaft die schwerste Zeit ihres Lebens. "Wir litten extremen Hunger, Erschöpfung und Anspannung, vor allem während der Feuergefechte (mit der Armee)", sagte sie. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die drei freigelassenen Frauen

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