Spätmittelalterliche Fresken in Stift Viktring frei gelegt

15. November 2001, 12:56
posten

64 Quadratmeter Gewölbemalereien aus dem Ende der Gotik

Klagenfurt - Im Stift Viktring in Klagenfrut wurden vor knapp zehn Jahren Fresken entdeckt, die jedoch erst jetzt frei gelegt wurden. Das freskierte Gewölbe stellt laut Bundesdenkmalamt eine wichtige Bereicherung für die spätmittelalterliche Kunst dar.

1992 wurden am Gewölbe der an das nördliche Querhaus der 1202 geweihten romanischen Pfeilerbasilika angebauten gotischen Bernhardskapelle hervorragend erhaltene Fresken gefunden. Nahezu 64 Quadratmeter spätgotischer Gewölbemalereien wurden mit dem Skalpell von den neun darüberliegenden Farbschichten freigelegt. Der Erhaltungszustand der Fresken ist so gut, dass kaum Retuschen notwendig wurden.

Darstellungen

Die Fresken zeigen auf 46 Gewölbefeldern die Umarmung des hl. Bernhard durch den Gekreuzigten, Maria mit dem Jesuskind, Heilige, die Kirchenväter, die Evangelisten, Propheten sowie Engel und Grotesken. Die Gewölbefelder enthalten 27 Spruchbänder unterschiedlicher Herkunft mit Zitaten aus der Heiligen Schrift, der Kirchenväter und Marienhymnen.

Die aus dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts stammenden Fresken sind weder datiert noch signiert und konnten bisher keinem bestimmten Künstler zugeschrieben werden. Die wissenschaftliche Erforschung der Fresken setzte bereits vor einiger Zeit ein.

Die Kosten für die Restaurierung betrugen insgesamt knapp fünf Millionen Schilling, die von Bund, Land, Gemeinde und Kirche geteilt wurden. (APA)

Share if you care.