Der Umlauf des Euros außerhalb der EU

15. November 2001, 12:50
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Beachtliche Mengen von nationalen Währungen im Ausland

Wien - Anlässlich der größten Währungsumstellung der Geschichte will die Europäische Zentralbank (EZB) sowohl innerhalb der als auch außerhalb des Euroraumes einen reibungslosen Ablauf der Euro-Bargeldumstellung gewährleisten. Um die Kosten möglichst gering zu halten und Probleme zu vermeiden sei es wichtig, rechtzeitig die Weichen für die weltweite Umstellung auf den Euro zu stellen und die Märkte und die Bevölkerung außerhalb des Euro-Währungsgebietes entsprechend vorzubereiten. "Die weltweite Verfügbarkeit des Euro-Bargeldes ist auf effiziente Weise sicherzustellen", schreibt die EZB in ihrem jüngsten Monatsbericht.

30 bis 40 Prozent der in Umlauf befindlichen D-Mark-Banknoten sind im Ausland

Beachtliche Mengen der von den nationalen Notenbanken der Euroländer ausgegebenen Banknoten sind außerhalb des Euroraumes in Umlauf, insbesondere in den EU-Beitrittsländern und in anderen Nachbarstaaten. Schätzungen zufolge werden 30 bis 40 Prozent gehalten, hauptsächlich in den ost- und südosteuropäischen Ländern einschließlich der Türkei. Die EZB geht nun davon aus, das ein beträchtlicher Teil dieser Bestände in Euro umgewechselt werden wird. Bewohner von Nicht-EU-Ländern können ihre Fremdwährungsbestände ab Beginn des Jahres 2002 bei Geschäftsbanken, Wechselstuben und Zentralbanken im Schalterverkehr gegen Euro eintauschen. Laut EZB werden davon vor allem die Länder entlang der Außengrenze des Euroraumes, wie Deutschland, Österreich und Finnland betroffen sein und sich auf den Jahresanfang konzentrieren, da die Deutsche Mark bereits zu Jahresende 2001 ihre Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel verliert.

Abgabe an Zentralbanken außerhalb der EU erst ab ersten Dezember

Die vorzeitige Ausstattung mit Euro-Bargeld von Zentralbanken der nicht teilnehmenden Mitgliederstaaten des Eurosystems, der Beitrittsländer und einiger weiterer Staaten ist an mehrere Bedingungen geknüpft. So ist die vorzeitige Abgabe an die Zentralbanken außerhalb des Euroraumes erst ab 1. Dezember gestattet. Diese dürfen die erhaltenen Euro-Banknoten nicht vor dem 1. Jänner 2002 in Umlauf bringen. Bezahlt müssen die übernommenen Euro-Banknoten am ersten Geschäftstag des Jahres 2002 werden. Außerhalb des Eurogebietes konzentrierte sich die EZB in ihrer Euro-2002-Informationskampagne in erster Linie auf die Zielgruppen Geschäftsleute und Reisende sowie den Bankensektor. Werbungen in Magazinen für Flugreisende, auf Flugplätzen in internationalen Massenmedien (Fernsehkanälen und Presse) sollen im Dezember starten. Informationsblätter werden neben den elf Sprachen des Euroraumes in weiteren 23 Sprachen aufgelegt. (APA)

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