Flüchtlingshoch- kommissariat will Büros in Afghanistan wieder öffnen

15. November 2001, 18:49
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"Cap Anamur" fordert schnelle politische Lösungen

Quetta/Berlin - Nach den Geländegewinnen der Nordallianz will das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) seine Vertretungen in Afghanistan wieder öffnen. Die Organisation werde ihre Arbeit mit verstärktem Personal wieder aufnehmen, teilte das UNHCR am Donnerstag mit. Örtliche Mitarbeiter nahmen demnach das Büro in der westlichen Stadt Herat bereits am Mittwoch in Betrieb. Die Lage dort sei ruhig.

Das UNHCR legte zudem ein Notprogramm für rund 10.000 Flüchtlinge auf. Hierfür sollten die Vorräte an Hilfsgütern in den Grenzregionen aufgestockt werden. Am Mittwoch waren bereits Mitarbeiter der Organisation Ärzte ohne Grenzen (Médecins sans frontières, MSF) in die Städte Mazar-i-Sharif und Talokan gereist.

Angesichts der prekären Situation der Flüchtlinge forderte die Hilfsorganisation "Cap Anamur" "schnelle politische Lösungen" für Afghanistan. Der Sieg der Nordallianz sei "viel zu früh" gekommen, sagte der Chef von "Cap Anamur", Rupert Neudeck, im ZDF-Morgenmagazin. Nun blieben nur noch drei Wochen Zeit, um die dringend benötigten Nahrungsmittel, warme Sachen und Medikamente ins Land zu bringen. Neudeck beklagte, es fehlten vor allem kompetente Ansprechpartner: "Die Nordallianz ist keine Armee, die afghanische Regierung ist keine Regierung." (APA)

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