Österreichs Wirtschaft wächst langsamer als EU-Schnitt

15. November 2001, 11:47
2 Postings

Forschergruppe Euroframe: Wachstumsprogrose für 2002 nur noch 1,5 Prozent

Wien - Die Serie der Konjunkturrevisionen nach unten seitens der Wirtschaftsforscher will einfach nicht abzureißen. Die Arbeitsgemeinschaft Euroframe, in der neben dem Wifo sieben weitere unabhängige europäische Wirtschaftsforschungsinstitute vertreten sind, hat ihre Wachstumsprognose für Österreich mit 1,5 Prozent für 2002 verglichen mit den letzten Schätzungen heimischer Institute merklich zurückgeschraubt. Ende September hatte das Wifo für 2002 noch ein 1,9-prozentiges Wachstum vorausgesagt, das IHS war von 1,7 Prozent BIP-Wachstum fürs nächste Jahr ausgegangen.

Für 2001 liegt die Euroframe-Schätzung mit 1,3 Prozent auf dem Niveau der heimischen Institute, die zuletzt 1,3 Prozent (Wifo) bzw. 1,4 Prozent (IHS) prognostiziert hatten. Damit wird Österreichs Wirtschaft laut Euroframe heuer und im nächsten Jahr schwächer wachsen als der europäische Durchschnitt. Für den Euroraum geht die Arbeitsgemeinschaft der Konjunkturforscher für beide Jahre von einem 1,6-prozentigen Wachstum aus, während für die gesamte EU mit 1,7 Prozent bzw. 1,8 Prozent leicht höhere Werte prognostiziert werden.

Euroframe rechne jedoch nicht mit einem Abrutschen der europäischen Wirtschaft in eine Rezession, auch wenn das nicht ausgeschlossen werden könne, heißt es in einer Wifo-Aussendung von Donnerstag. Nach der Erholung, die sich im Sommer für die europäische Industrie abgezeichnet habe, sei die Situation durch die Anschläge vom 11. September und deren Folgen "erheblich verschlechtert" worden. Euroframe rechnet daher, dass sich die Erholung der europäischen Konjunktur bis ins nächste Jahr verschieben wird. (APA)

Share if you care.