Die spinnen, die Golfer

16. November 2001, 10:57
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"Revolution statt Konvention, aber Sicherheit zuerst" ist das Motto eines immer weiter um sich greifenden Trendsports

Einen Golfball mit sattem Geräusch geradewegs gen Ziel zu schicken, ist für viele einfach ein orgiastisches Gefühl. Kleiderordnungen, hohe Mitgliedsbeiträge und Clubhausatmosphäre geben diesem Sport zwar ein elitäres Regelwerk, vergrößern aber nicht unbedingt den Spaß-Sports-Geist. Doch Golf boomt auch abseits gepflegter Anlagen und heißt dann ganz einfach Crossgolf oder Streetgolf.

Brachliegendes Gelände, menschenleere Strände oder verlassene Fabrikshalden und Baustellen sind die bevorzugten Orte, an denen man sich trifft. Kleiderordnung gibt es keine, gespielt wird nach den internationalen Golfregeln ohne Schiedsrichter im Vertrauen auf Fairness. Selbst nachts, dann wird einfach mit fluoreszierenden Bällen gespielt. Ehrensache für die Autodidakten: "Zuschauer oder Mitspieler, keine Autos, keine Fensterscheiben in Gefahr bringen. In Wohngebieten oder bei angrenzender Bebauung oder wenn Zuschauer in Spielrichtung stehen, den Ball flach spielen."

Das Ziel sind rostige Mistkübel oder einfach eine Baggerschaufel, hin und wieder auch ein selbstgegrabenes Loch. Die einzige Zusatzregel in manchen Gruppen: Wer mehr als drei Bälle unauffindbar verschießt, muss eine Kiste Bier spendieren.

Nächstes Jahr will die lose Streetgolfergruppe Natural Born Golfers einen Golfball einmal rund um den Globus schießen in einer zeitgemäßen Variante: Sie lassen sich auf ihrem Weg begleiten von Musik und Clubbings.
(h-atz)

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