Freistädter Spitalsaffäre: Freispruch für Oberarzt rechtskräftig

15. November 2001, 13:32
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War wegen angeblicher Behandlungsfehler angeklagt

Linz - Der Freispruch für jenen Oberarzt, der sich im Zusammenhang mit der "Freistädter Spitalsaffäre" vor Gericht verantworten hatte müssen, ist seit Donnerstag rechtskräftig. Der zuständige Staatsanwalt erklärte, er werde keine Rechtsmittel ergreifen.

Der frühere Oberarzt der Chirurgie des Landeskrankenhauses Freistadt war wegen angeblicher Behandlungsfehler angeklagt. Beim Prozess am Montag dieser Woche sprachen die Sachverständigen von "Missgeschicken" und "Fehlern", die zwar nicht vorkommen sollten, aber auch "versierten Operateuren" passieren könnten. Das Gericht fällte daraufhin einen Freispruch. Der Staatsanwalt gab vorerst keine Erklärung ab, nun hat er auf Rechtsmittel verzichtet.

Dieser Freispruch ist der Schlussstrich unter die so genannte "Spitals-Affäre" von Freistadt, die auch wochenlang für politische Diskussionen in Oberösterreich gesorgt hatte. In der Folge wurden in den Landeskrankenhäusern eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung der Organisation und zur Qualitätssicherung getroffen. Die Landesspitäler wurden in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert.

Imageschaden bleibt

Die oberösterreichische Ärztekammer erklärte in einer Aussendung am Donnerstagvormittag, der Freispruch für den Oberarzt bestätigte die Haltlosigkeit der Vorwürfe, zugleich würden sich die weit reichenden Folgen der "Vorverurteilungen" in einem solchen Fall zeigen. "Es bleibt ein nicht wieder gut zu machender Image-Schaden sowohl für die Beteiligten als auch für die gesamte Medizin", sagte Ärztekammer-Präsident Otto Pjeta.

Er forderte für die Zukunft beim Auftauchen von Gerüchten über angebliche Missstände eine "rasche und sachliche" Klärung ohne Vorverurteilungen von politischer Seite oder in der Öffentlichkeit. Sollten sich die Missstände bestätigen, seien sie umgehend zu beseitigen und die Konsequenzen für die Verantwortlichen zu ziehen.

Außerdem müsse grundsätzlich die Qualitätssicherung in der Spitalsmedizin auch in der Zukunft ein zentrales Anliegen sein, betonte Pjeta und fügte hinzu: "Die Ärzteschaft ist bereit, an der Realisierung der aufzeigten Maßnahmen mit besten Kräften mitzuwirken, denn nur so kann die optimale Versorgung der Patientinnen und Patienten gesichert werden, öffentliches Anprangern und Diffamierungen von einzelnen Ärzten bringen nur Schaden und nützen niemandem".(APA)

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