Chef von Taqwa-Bank bestreitet US-Vorwürfe: Keine Terror-Gelder

15. November 2001, 11:18
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Mitgliedschaft in der verbotenen Moslembruderschaft zugegeben

Kairo/London - Der Chef der von den USA als Netzwerk zur Terror-Finanzierung bezeichneten Taqwa-Bank, Jussif Nada, hat sich nach der Durchsuchung seines Hauses und seiner Geschäftsräume in der Schweiz und Liechtenstein erstmals öffentlich zu Wort gemeldet. Nada räumte zwar ein, er sei Mitglied der in Ägypten verbotenen Moslembruderschaft. Geschäftsbeziehungen mit dem Terrornetzwerk El Kaida von Osama bin Laden stritt er jedoch kategorisch ab.

In einem Interview mit dem arabischen TV-Sender Al Jazeera in London erklärte er in der Nacht zum Donnerstag, die Ermittler hätten bei der Durchsuchung seines Hauses im Tessin in der vergangenen Woche nicht die Spur eines Hinweises auf mögliche Terror-Gelder gefunden.

Vermögen eingefroren

Die USA hatten in der vergangenen Woche die Vermögenswerte der beiden Finanznetzwerke El Taqwa und El Barakaat einfrieren lassen, die in insgesamt 40 Ländern operieren sollen. "Vor meinem Haus stehen seitdem täglich bis zu 15 Fernsehteams", sagte Nada. Er rede aber generell nicht mit der Presse und habe nur für Al Jazeera eine Ausnahme gemacht. US-Präsident George W. Bush und Finanzminister Paul O'Neill hatten die koordinierte Aktion gegen die beiden Finanznetzwerke als schweren Schlag gegen den Terrorismus bezeichnet.

Nada, der die nach dem 11. September in Nada Management Organisation SA umbenannte Taqwa-Bank leitet, ist gebürtiger Ägypter und besitzt einen italienischen Pass. (APA/dpa)

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