Schweiz: Tiermehl in Lebensmitteln und Futterkleie entdeckt

15. November 2001, 11:10
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Mühle musste Betrieb einstellen - Ware beschlagnahmt

Bern - In der Schweiz sind bei Kontrollen mit Tiermehl verunreinigtes Mehl und Futterkleie entdeckt worden. Die betroffene Mühle musste die Produktion vorübergehend einstellen. 26 Tonnen Futterkleie und 65 Tonnen Speisemehl wurden beschlagnahmt oder zurückgerufen. Das Risiko für Konsumenten wird vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) als gering eingestuft.

Die Proben stammten von einem mittelgroßen Betrieb aus der Deutschschweiz, der laut BVET-Sprecher Hans Wyss als absolut seriös eingestuft wird. Da der selbe Betrieb auch Lebensmittelmehl für Bäckereien herstellt, wurden Analysen von Mehlproben in Auftrag gegeben, bei denen ein einzelner Knochensplitter gefunden wurde. In allen weiteren Analysen wurden bisher jedoch keine Hinweise auf Verunreinigung mit Mehlen tierischer Herkunft entdeckt.

Die Speisemehlproduktion wurde umgehend eingestellt, die gesamte Mehlcharge beschlagnahmt und bereits ausgeliefertes Mehl so weit möglich zurückgerufen. Auf Grund der Risikoabschätzung wird die Gefahr für die Konsumenten als sehr gering eingestuft.

Vertrauen in die Nahrungsmittelkette sinke jedes Mal ein wenig mehr

Liselotte Steffen vom Schweizer Konsumentenforum zeigte sich "betroffen, dass so etwas überhaupt passieren kann". Auch wenn das Risiko für die Konsumenten gering sei, sinke das Vertrauen in die Nahrungsmittelkette jedes Mal ein wenig mehr. Es sei nun zu hoffen, dass die BSE-Einheit des Bundes ihre Arbeit "ernsthaft wahrnehme".

Tierische Mehle gelten als Infektionsquelle für BSE, das seinerseits mit der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit in Verbindung gebracht wird. Das Verfüttern von Tiermehl ist seit dem 1. Jänner dieses Jahres in der Schweiz verboten.

Die Quelle der Verunreinigung ist unbekannt. Eine Ursache könnte aber beim Ausgangsmaterial liegen. Kleie ist die Schale des Getreidekorns, die bei der Herstellung von Mehl als Abfallprodukt anfällt. Es gebe Anzeichen dafür, dass Weizenchargen bei der Anlieferung in die Mühle verunreinigt gewesen seien. Zu einer Kontamination könnte es laut BVET beim Transport oder in den Sammelstellen gekommen sein. Möglicherweise habe sich der Weizen mit alten Tiermehlresten in den Gefäßen vermischt. (APA/AP)

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