Drahtlose Freiheit im PC-Netz - Ein Test

15. November 2001, 13:52
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Mit einem kleinen Router lässt sich auch für Privatanwender relativ einfach ein drahtloses Netzwerk errichten

Ob Webpad, Laptop oder PocketPC - auch Privatanwender greifen immer häufiger zu mobilen Kleinstcomputern. Über Modem und Telefonleitung ist es auch nicht weiter schwer, mit solchen Geräten einen Zugang zum Internet zu bekommen. Mit der kabellosen Freiheit ist es dann aber freilich vorbei. Besonders schlimm wird es, wenn ein DSL- oder chello-Anschluss zur Verfügung steht - der Computer muss mit einer Netzwerkkarte ausgestattet sein, die wiederum mit einem meist sperrigen und viel zu kurzen Ethernet-Kabel mit dem Kabelmodem verbunden werden muss.

Wireless-LAN

Eine Alternative stellt eine Wireless-LAN-Verbindung dar: Ein Funkmodul überträgt die Netzwerkdaten drahtlos, sodass sich der Benutzer mit seinem "mobile device" wirklich frei in seinem Haus bewegen kann. Die Sache hatte bisher nur einen Haken: Am Kabelmodem musste ein eigener PC angeschlossen sein, der als Server fungiert und die Bits und Bytes vom Post- oder chello-Anschluss an den mobilen Rechner weiterleitete.

Mit dem neuen Prestige 316, der in Österreich über die niederösterreichische Firma Upgrade mit Sitz in Leobersdorf vertrieben wird, gehört dieses Problem nun endlich der Vergangenheit an: Der für Kleinunternehmen und Privatanwender konzipierte Router wird einfach an eine Steckdose und das Kabelmodem angeschlossen, und schon können sogar mehrere Benutzer gleichzeitig mit ihren drahtlosen Endgeräten im Internet surfen.

Spielt auch DHCP

Der Router beinhaltet einen kompletten so genannten DHCP-Server, der den einzelnen Geräten ihre spezifischen IP-Adressen zuweist - damit kann mit dem Prestige 316 neben dem Internet-Zugang auch gleich ein richtiges Local Area Network (LAN) aufgebaut werden, über das die einzelnen Computer auch untereinander kommunizieren können. Dies kann nicht nur drahtlos geschehen, auch der Aufbau eines klassischen Ethernet-Kabelnetzwerks wird von dem Gerät unterstützt.

Nur eine kleine Hürde steht dem grenzenlosen Surfvergnügen dabei im Weg: Der Router muss richtig konfiguriert werden. Dies geschieht zwar dank eines ebenfalls hardwaremäßig eingebauten Webservers über einen ganz gewöhnlichen Internetbrowser, doch die Einstellungen müssen erst einmal verstanden werden. Das fast 300 Seiten starke Handbuch, das allerdings nur in elektronischer Form auf einer CD-ROM beiliegt, sorgt bei Laien eher für Verwirrung als für Verständnis.

Wobei für den Normalanwender aber ohnehin nur ganz wenige Einstellungen verändert werden müssen. An erster Stelle liegt dabei für chello-Kunden die MAC-Adresse, die spezifische Nummer jener Netzwerkkarte, die bei der ursprünglichen Installation des Anschlusses mitgeliefert wurde und die dafür sorgen soll, dass immer nur genau dieser eine Computer am Netz angeschlossen werden kann.

Das chello-Problem

Doch zum Glück wird der Prestige 316 auch mit diesem Problem fertig: Man konfiguriert den Router mithilfe von genau jener Netzwerkkarte, auf die der chello-Anschluss abgestimmt ist, und gibt dann dem Gerät die Anweisung, deren MAC-Adresse zu übernehmen. Ab sofort "glaubt" der Kabelanschluss, mit der Originalkarte verbunden zu sein, und der User kann danach kabellos nach Belieben im Internet surfen.

Andere Geräte

Der Router kann auch mehrere Geräte gleichzeitig ans Internet bringen. Es reicht ein Anschluss, auf den man dann parallel mit dem PC, einem Laptop oder einem Handheld-Computer zugreifen kann - während ein Familienmitglied mit dem Laptop im Garten sitzt und im Internet surft, kann der andere mit seinem iPaq in der Badewanne seine E-Mails abfragen, und der Sprössling spielt per Internet zur selben Zeit von seinem Computer aus mit seinen Freunden in Australien das neueste Netzwerk-Game.

Für die Grundausstattung des drahtlosen Netzaufbaus ist mit etwa 10.000 Schilling (726,73 EURO) zu rechnen. (Uwe Fischer-Wickenburg - Der Standard Printausgabe)

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