Die neue Musikplattform MusicNet im Test

15. November 2001, 11:07
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Ganze Alben können kopiert werden - Brennen auf CD nicht möglich

MusicNet heißt die Antwort der Phonoindustrie auf die Musiktauschbörsen wie Morpheus und Co. Derzeit haben nur 500 User weltweit Zugang zum geheimen Betatest des kommerziellen "MusicNet", die Zeitschrift ONLINE TODAY hat schon vorab die Funktionen der neuen Musikplattform testen können. Die beteiligten Konzerne AOL Time Warner, EMI und BMG wollen mit ihrem Gegenmodell zu den illegalen Musiktauschbörsen ein kostenpflichtiges Angebot etablieren. Auf der Test-Plattform sollen zukünftig komplette Alben für die User zum Download bereitgestellt werden, jeder Song lässt sich davor in voller Länge hören.

Vorteile - aber auch Nachteile

Weitere Vorteile, die ONLINE TODAY beim MusicNet-Test feststellte: Die Plattform ist übersichtlich und bietet kein Stückwerk - Musikfans können reibungslos komplette Alben kopieren. Das vorgegebene Secure-RealMedia-Format (RMX-Format) gewährleistet eine einheitliche Soundqualität. Als Nachteil im Vergleich zu anderen, kostenlosen Musiktauschbörsen, die auf dem Dateienaustausch zwischen den Usern beruhen, bewertete ONLINE TODAY, dass MusicNet, wie auch Napster, fünf Dollar im Monat kosten soll. Zudem gibt es keine Resume-Funktion, mit der unterbrochene Downloads fortgesetzt werden könnten. Ein Minuspunkt auch für den eingebauten Kopierschutz: Er hindert die Musikfans daran, sich Songs auf CDs oder MP3-Player zu überspielen.

Nur eine Zwischenlösung

Ob MusicNet überhaupt kommen wird, und ob es einen direkten Dateienaustausch zwischen den Usern geben wird, ist noch offen, berichtet ONLINE TODAY. Die Plattform könnte eine Zwischenlösung sein, bis sich alle großen Musikkonzerne auf einen Neustart von Napster geeinigt haben.

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