LLI 2000/01 erneut mit Rekordergebnis

15. November 2001, 15:03
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Rückzug von der Börse fix, Erhöhung des Eigenkapitaleinsatzes

Wien - Die zur Raiffeisen-Gruppe zählende börsenotierte Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG (LLI) hat das Geschäftsjahr 2000/01 (per Ende Juni) erneut mit Rekordergebnissen abgeschlossen. Bei einem Konzernumsatz von 1,8 Mrd. S bzw. 130,8 Mill. Euro (plus 36 Prozent) ist das Konzernergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) um 26 Prozent auf 174 Mill. S gestiegen. In der am 5.12. stattfindenden Hauptversammlung wird den Aktionären eine erhöhte Ausschüttung von 12 Prozent Dividende plus 8 Prozent Bonus (1999/2000: 12 Prozent plus 6 Prozent) vorgeschlagen. Das geht aus den Unterlagen zur heutigen Bilanzpressekonferenz hervor.

Vorstand und Aufsichtsrat der LLI haben beschlossen, der Hauptversammlung die Umwandlung auf den Hauptgesellschafter LLI Holding AG vorzuschlagen und damit den Rückzug von der Wiener Börse einzuleiten. Den Minderheitsaktionären wird wie berichtet ein Abfindungsangebot gemacht.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der in den Kernbereichen Mehl und Mühle sowie Vending (Heißgetränke aus dem Automaten) tätige LLI-Konzern einen weiter signifikanten Umsatz- und Ertragsanstieg.

Eigenkapitalsquote im letzten Geschäftsjahr gesunken

Die in den vergangenen Jahren forcierte Expansionspolitik hat die Eigenkapitalquote der LLI von 64 Prozent noch 1996/97 auf knapp 33 Prozent im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000/01 sinken lassen, und sie wird sich heuer nach der Beteiligung an Pannon Gabona, einem ungarischen Mühlenunternehmen, auf 25 Prozent reduzieren. Ziel sei es aber, auch in Zukunft die Eigenkapitalausstattung der LLI nicht unter 30 Prozent fallen zu lassen. Zunächst freilich ist ein weiterer Eigenkapitaleinsatz absehbar: Bis Ende des Jahres soll die Beteiligung an der Pannon Gabona von 54,99 auf 100 Prozent aufgestockt werden, weitere "kapitalintensive" Akquisitionen sollen folgen. Deshalb habe sich die LLI entschieden, sich von der Börse Wien zurückzuziehen und sich so "auf einer flexibleren Basis für Partner zu öffnen". Diese Entscheidung hänge auch damit zusammen, dass der Kurs der LLI-Aktie die dynamische Entwicklung des Unternehmens nicht widerspiegle, so der Vorstand. Der oder die künftigen Finanzpartner werden sich mit einer Minderheitsbeteiligung begnügen müssen: "Wir wollen weder die Mehrheit verlieren noch die strategische Führung aus der Hand geben", betonte Hameseder. Mittelfristig könnte sich Hameseder vorstellen, auf einen oder mehrere Börseplätze zurückzukehren, jedoch erst, wenn jene EU-Beitrittskandidaten, in denen die LLI tätig ist, der Union beigetreten seien - also frühestens 2004, "realistisch ist aber 2005", so der LLI-Vorstand. (APA)

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