Israel plant Erleichterungen für Palästinenser zum Ramadan

15. November 2001, 10:36
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Tempelberg soll für Betende wieder geöffnet werden

Jerusalem/Ramallah - Die israelische Regierung will als Geste zum bevorstehenden islamischen Fastenmonat Ramadan die schlechten Lebensbedingungen für die Palästinenser verbessern. Der Ramadan beginnt in den Palästinensergebieten voraussichtlich an diesem Freitag. Wie der israelische Rundfunk am Donnerstag berichtete, wird die Armee einige Straßensperren am Rande palästinensischer Städte aufheben und die Grenzen zum Gaza-Streifen länger öffnen, um zusätzliche Lebensmitteltransporte in das Selbstverwaltungsgebiet zu lassen. Außerdem soll die Fischereizone vor dem Gaza-Streifen auf drei Seemeilen erweitert werden.

Moslemische Gläubige aus den Palästinensergebieten werden nach den Rundfunkberichten erstmals wieder auf dem Tempelberg in der Altstadt Jerusalems beten dürfen. Das islamische Heiligtum war von den israelischen Behörden "aus Sicherheitsgründen" für alle Palästinenser außerhalb des arabischen Ostteils der Stadt gesperrt worden.

Die USA planen eine weitreichende neue Nahost-Initiative, deren Grundzüge Außenminister Colin Powell kommenden Montag vorstellen will. Das berichteten US-Medien. Powell werde in einer Rede an der Universität von Louisville (Kentucky) eine intensivere Rolle der USA im Friedensprozess ankündigen und die Unterstützung der US-Regierung für einen eigenen palästinensischen Staat unterstreichen, hieß es unter Berufung auf Außenamtsbeamte. Präsident George W. Bush hatte in seiner Rede vor der UNO-Generalversammlung in New York wörtlich erklärt: "Wir arbeiten daran, dass es eines Tages zwei Staaten geben wird, Israel und Palästina, die in Frieden zusammenleben, mit sicheren und anerkannten Grenzen, wie es die Resolution des (UNO-)Sicherheitsrates verlangt." Befreundete arabische und europäische Regierungen haben die USA in den vergangenen Wochen gedrängt, sich stärker für eine Nahost-Friedenslösung einzusetzen. (APA/dpa)

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