Ein Gen soll gewissen Schutz gegen Creutzfeldt-Jakob bieten

15. November 2001, 15:26
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Britische Forscher suchen Spuren nach der Wirkungsweise

London - Ein Gen bietet britischen Wissenschaftern zufolge offenbar einen gewissen Schutz gegen eine von BSE-verseuchtem Fleisch ausgelöste Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD). "Unsere Ergebnisse legen nahe, dass das Vorhandensein von DQ7 vor vCJD schützt", sagte John Collinge vom University College Medical School am Mittwoch in London.

Die Wirkungsweise des Gens sei unklar, berichtet Collinge in der Fachzeitschrift "Nature". Ein Schutz gegen die übliche Form von Creutzfeldt-Jakob (CJD) biete es nicht. Durch eine weitere Erforschung des Gens erhoffe man sich Hinweise auf Heilmittel für die tödliche Krankheit.

Die Wirkung von DQ7 sei bei der Untersuchung von 50 vCJD- Patienten aufgefallen, berichteten die Wissenschafter. Von diesen hätten zwölf Prozent DQ7, während der Anteil in der allgemein Bevölkerung 36 Prozent betrage. "Obwohl wir etwa 50 Prozent aller gemeldeten Fälle von vCJD untersucht haben, ist die Größe unserer Stichprobe notwendigerweise klein."

vCJD wurde von britischen Wissenschaftern 1996 entdeckt und in Verbindung mit der Rinderseuche BSE gebracht. Bislang sind mehr als 100 vCJD-Fälle bestätigt worden, die meisten von ihnen in Großbritannien. Weil die Inkubationszeit bis zu 30 Jahren betragen könnte, reichen Schätzungen über die Gesamtzahl der infizierten Personen von einigen Hundert bis zu mehr als 200.000. (APA/Reuters)

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